Die
Nobelpreisträger der Ökonomie seit 1969
Der vor allem durch die
Erfindung des Dynamits reich gewordene schwedische
Unternehmer Alfred Nobel hinterließ sein Vermögen nach
seinem Tod im Jahr 1896 einer nach ihm benannten
Stiftung. Diese Stiftung sollte nach seinem
testamentarischen Willen in jedem Jahr aus den Zinsen
eine finanzielle Anerkennung - den Nobelpreis - an
Wissenschaftler zahlen, die der Menschheit wichtige
Dienste erwiesen haben. Alfred Nobel hatte dabei an die
Physik, die Chemie, die Medizin, die Literatur und die
Völkerverständigung, nicht jedoch an die
Wirtschaftswissenschaften gedacht. Erst im Jahr 1968
stiftete die Schwedische Reichsbank den Preis für
Ökonomische Wissenschaften in Erinnerung an Alfred
Nobel. Mit diesem Preis sollen nicht einzelne
Persönlichkeiten sondern thematische Leistungen
honoriert werden. In Dotierung und Auswahlverfahren ist
der Ökonomie-Nobelpreis den anderen Nobelpreisen
gleichgestellt.
Die bisherigen
Preisträger:
1969 Ragnar Frisch (Oslo) und Jan Tinbergen
(Leiden), für die Entwicklung und Anwendung dynamischer
Modelle.
1970 Paul Samuelson
(MIT), für sein wissenschaftliches Werk, in dem er die
statische und dynamische ökonomische Theorie
weiterentwickelt hat.
1971 Simon Kuznets
(Harvard), für seine empirisch fundierte Auffassung
über wirtschaftliches Wachstum.
1972 John R. Hicks
(Oxford) und Kenneth
J. Arrow (Harvard), für ihr
Werk in Gleichgewichts- und Wohlfahrtstheorie.
1973 Wassily Leontief
(Harvard), für das Input-Output-Verfahren.
1974 Gunnar Myrdal
(Stockholm) und Friedrich
August von Hayek (Freiburg),
für ihre Arbeiten zur Geld- und Konjunkturtheorie sowie
die Analyse der Interdependenz ökonomischer,
gesellschaftlicher und institutioneller Erscheinungen.
1975 Leonid Kantorovich
(Moskau) und Tjalling
C. Koopmans (Yale), für ihre
Beiträge zur Theorie der optimalen Ressourcenallokation.
1976 Milton Friedman
(Chicago), für seine Leistungen in der Konsumtheorie,
der Geldgeschichte und der Geldtheorie sowie für seine
Darstellung der Schwierigkeiten, die die
Stabilisierungspolitik aufwirft.
1977 Bertil Ohlin
(Stockholm) und James
Meade (Cambridge), für ihren Beitrag zur Theorie des
internationalen Handels und Kapitalverkehrs.
1978 Herbert A. Simon
(Carnegie Mellon University), für seine Erforschung der
Entscheidungsprozesse in Organisationen.
1979 Theodore W. Schultz
(Chicago) und Arthur
Lewis (Princeton), für ihre
Forschung zur Entwicklungstheorie.
1980 Lawrence R. Klein
(Penn), für die Entwicklung von ökonometrischen
Modellen und deren Anwendung.
1981 James Tobin
(Yale), für seine Analyse der Finanzmärkte.
1982 George J. Stigler
(Chicago), für seine Arbeiten zur Industriestruktur,
über Märkte und öffentliche Regulierung.
1983 Gérard Debreu (Berkeley),
für den Einbau neuer analytischer Verfahren in die
ökonomische Theorie und für die Neuformulierung der
Theorie des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts.
1984 Richard Stone
(Cambridge), für seinen Beitrag zur
volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.
1985 Franco Modigliani
(MIT), für die Ausarbeitung der Lebenszyklen des
Haushaltssparens und die Formulierung der Theoreme der
Bewertung von Unternehmen und Kapitalkosten.
1986 James M. Buchanan
(Fairfax), für die Entwicklung der kontrakttheoretischen
und konstitutionellen Grundlagen der ökonomischen
Entscheidung.
1987 Robert M. Solow
(MIT), für seine Wachstumstheorie.
1988 Maurice Allais
(Paris), für seine Arbeiten zur Theorie des Marktes und
der effizienten Ressourcenverwendung.
1989 Trygve Magnus Haavelmo (Oslo), für seine Arbeiten in Ökonometrie
und Finanzwissenschaft.
1990 Harry M. Markowitz
(New York City), William F. Sharpe
(Stanford) und Merion
H. Miller (Chicago), für ihre
Arbeiten zur Finanzierungs- und Kapitalmarkttheorie.
1991 Ronald H. Coase
(Chicago), für die Klärung der Rolle der
Transaktionskosten und der wirtschaftlichen Rechte für
die Institutionen und die Funktionsweise des
wirtschaftlichen Systems.
1992 Gary S. Becker
(Chicago), für seine Arbeiten in der
Humankapitaltheorie, der Familienökonomie, der Ökonomie
der Kriminalität und der Diskriminierung.
1993 Robert Fogel
(Chicago) und Douglas
C. North (St. Louis), für die
Erneuerung der wirtschaftsgeschichtlichen Forschung.
1994 John C. Harsanyi (Berkeley),
John F. Nash (Princeton) und Reinhard Selten (Bonn), für ihre Analyse des
Gleichgewichts in nicht-kooperativen Spielen.
1995 Robert Lucas
(Chicago), für die Entwicklung und Anwendung der
Hypothese rationaler Erwartungen.
1996 William Vickrey
(New York City) und James A. Mirrlees
(Cambridge), für ihre theoretische Analyse der Anreize
bei asymmetrischer Informationsverteilung.
1997 Robert C. Merton
(Harvard) und Myron
Scholes (Stanford), für ihre
Arbeiten über die Bewertung von Finanzderivaten.
1998 Amartya Sen (Cambridge)
für seine Beiträge zur Social Choice Theory und zur
Entwicklungsökonomie.
1999 Robert A. Mundell
(New York City) für seine Analyse optimaler
Währungsgebiete.
2000 James J. Heckman und Daniel L. McFadden
(Chicago und Berkeley) für ihre Arbeiten zur Mikroökonometrie.
2001 George A. Akerlof, A. Michael Spence und Joseph A. Stiglitz
(Berkeley, Stanford und New York) für ihre
Analysen von Märkten mit asymmetrischen Informationen.
2002 Daniel Kahneman und Vernon L. Smith
(Princeton und George Mason University) für
ihre Untersuchungen über das Verhalten von Menschen in
wirtschaftlichen Entscheidungssituationen.
2003 Robert F. Engle und Clive W.J. Granger
(New York University und UC San Diego) für
ihre Verfahren, mit denen sich die Entwicklung von Aktienkursen und
Preisen besser abschätzen lassen.
2004 Finn Kydland und Edward Prescott
(Carnegie Mellon
University und Arizona State University) für ihre Erkenntnisse über
die Stetigkeit von Wirtschaftspolitik und den treibenden Kräften hinter den weltweiten Konjunkturzyklen.
2005
Thomas Schelling und Robert Aumann (University
of Maryland und Hebrew University Jerusalem) für ihre Arbeiten zur
Spieltheorie.
2006 Edmund S. Phelps (Columbia
University) für seine Analyse intertemporaler Zielkonflikte in der
makroökonomischen Politik.
2007 Leonid Hurwicz, Eric S. Maskin und Roger B. Myerson (University
of Minnesota Minneapolis, Institute for Advanced Study Princeton und
University of Chicago) für ihre Entwicklung der "Mechanism
Design"-Theorie.
2008 Paul Krugman (University
of Princeton) für seine Beiträge zur Außenhandelstheorie und
ökonomischen Geografie.
2009 Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson (Indiana
University und University of California at Berkeley) für ihre
Arbeiten zur "Economic Governance", zur Allmende (Ostrom)
und zu den Grenzen der Firma (Williamson).
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