Ausgewählte
Bewerbungsliteratur

Einiges deutet darauf hin, dass die Krise ihren Tiefpunkt erreicht hat und es mit der Konjunktur langsam wieder aufwärts geht. Dennoch halten sich noch viele Unternehmen mit Einstellungen zurück. Man muss sich also intensiv um einen Job bemühen. Das bedeutet auch, dass man keine Fehler bei der Bewerbung machen darf, weder bei den Unterlagen noch beim Vorstellungsgespräch. Ratgeberbücher helfen dabei.

Das kann ins Auge gehen: Man nimmt an einem Assessment Center teil und soll mit den an- deren Bewerbern über ein europapolitisches Thema diskutieren. Doch dummerweise hat man sich nie sonderlich für solche Fragen interessiert und kann deshalb weder EU-Kommission und Europäischen Rat auseinanderhalten, noch weiß man, worum es beim Vertrag von Lissabon geht, geschweige denn, ob Kroatien und Rumänien EU-Mitglied sind oder nicht. Natürlich muss man kein Experte für Europa-Fragen sein, wenn man sich für ein Trainee-Programm im Marketing bewirbt. Einige Arbeitgeber sehen es jedoch gern, wenn man nicht nur Fachwissen hat und den aktuellen Stand der Fußball-Bundesliga kennt, sondern auch über grundlegendes Allgemeinwissen verfügt. Wer im Schnelldurchgang überprüfen will, ob er wenigstens ein gewisses Basiswissen hat, sollte zu Einstellungstest Compact: Allgemeinbildung (Campus 2009, 144 Seiten, 9,90 Euro) von Christian Püttjer und Uwe Schnierda greifen. Per Multiple-Choice-Fragen werden wichtige Fakten aus Wirtschaft, Geografie, Politik, Geschichte, Kultur, Religion, Naturwissenschaften und anderen Gebieten durchgegangen. Aha-Effekte sind garantiert.

Anne Jacoby und Florian Vollmers haben das Buch zur Krise geschrieben: Bewerben in schwierigen Zeiten (Campus 2009, 191 Seiten, 14,90 Euro). Sie haben jedoch keinen klassischen Bewerbungsratgeber verfasst, sondern wollen zeigen, wie man auch in der Krise und nach 120 fruchtlosen Bewerbungen Selbstvertrauen behält und ans Ziel kommt — notfalls auf unkonventionellen Wegen. Der erste Baustein der Krisenstrategie: Einen unvoreingenommenen, völlig neuen Blick auf sich selbst werfen, um zu erkennen, was man kann und was man will. Dabei kann sich auch herausstellen, dass man eine ganz andere Karriere anstreben sollte als während des Studiums geplant. Als Nächstes kommt die Jobsuche: Auch in der Krise werden neue Mitarbeiter gebraucht, man muss nur wissen wo. Da in solchen Zeiten der verdeckte Stellenmarkt besonders wichtig ist — er wächst meist schneller als der offene, bei dem die Stellen offiziell ausgeschrieben werden —, kommt es jetzt auch auf persönliche Kontakte an. Auch sollte man potenzielle Arbeitgeber frühzeitig, etwa durch Praktika, auf sich aufmerksam machen. Und bevor man Initiativbewerbungen losschickt, sollte man genau recherchieren, in welchen Branchen und Unternehmen am ehesten Jobs zu finden sind, die zum eigenen Profil passen. Bei der schriftlichen Bewerbung — gleichgültig ob per E-Mail, in der klassischen Form oder mittels firmeneigener Bewerbungsportale im Internet — und beim Vorstellungsgespräch gilt heute mehr denn je: Man sollte so viel wie möglich über das betreffende Unternehmen und die offene Position wissen, um es so gezielt wie möglich anzusprechen. Ein lesenswerter Ratgeber, der Mut macht und einen auf neue Ideen bringt.

Wer zu einem Assessment Center eingeladen wird, sollte sich unbedingt gut vorbereiten. Das erfordert jedoch mehr, als ein paar Zeilen zur Struktur des AC zu lesen. Damit es nicht bei ein paar abstrakten Gedanken bleibt, empfiehlt sich ein Ratgeber wie Testbuch Assessment Center (Haufe, 2. Auflage 2009, 144 Seiten und CD-ROM, 16,80 Euro). Die beiden Autoren Jasmin und Christoph Hagmann bieten nämlich zahlreiche konkrete Beispiele zu den typischen Aufgaben im AC. Etwa zur Postkorbübung: Anhand der im Buch abgedruckten Memos, E-Mails, Telefonnotizen, Faxe und Briefe kann man üben, unter Zeitdruck viele Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Auch zu den anderen Aufgaben, die im Assessment Center gern eingesetzt werden — von der Selbstpräsentation und Fallstudie über Gruppendiskussionen, Rollenspiel und Konfliktgespräch bis zum Persönlichkeits-, Konzentrations- und Leistungstest —, wird im Buch und auf der beiliegenden CD-ROM jede Menge Übungsmaterial geboten, mit dem man sich allein oder mit Bekannten auf das AC vorbereiten kann. Dabei weisen die Autoren stets darauf hin, worauf man besonders achten muss.

In ihrem Buch Meine Bewerbung (Haufe, 4. Auflage 2009, 206 Seiten mit CD-ROM, 14,95 Euro) erklären Uta Rohrschneider und Michael Lorenz, worauf es bei der schrift- lichen Bewerbung — ob in klassischer oder Online-Form — ankommt. Von der Analyse der eige-nen Fähigkeiten und beruflichen Wünsche über die passende Bewerbungsstrategie und die Beschaffung von Informationen über das Unternehmen und die Stelle bis hin zur Gestaltung von Anschreiben, Foto, Lebenslauf und einer „dritten Seite" bleibt keine Frage offen. Die beigefügte CD-ROM enthält ergänzende Informationen und Tools. Etwa den Lebenslaufgenerator: Man gibt seine persönlichen Daten ein, und das Programm liefert einen fertig gestalteten Lebenslauf.