Steria Mummert Consulting zählt zu den zehn größten Management- und Technologieberatungen in Deutschland. Das Hamburger Unternehmen bietet eine ganzheitliche Beratung, wozu auch das Outsourcing von Geschäftsprozessen gehört. Matthias Herth, 27, der bereits als Werkstudent erste Beratungsluft schnupperte, ist ihm bis heute treu geblieben.

Steria Mummert Consulting

Als Outsourcing-Spezialist
in der Beratung

Bereits zu Beginn meines BWL-Studiums in Köln stand für mich fest, dass ich später einmal in die Beratung gehen würde. Nachdem ich als Werkstudent einige Unternehmen und Branchen kennen gelernt hatte, wollte ich vor dem Diplom unbedingt noch etwas Beratungsluft schnuppern. Am besten bei einem Unternehmen, bei dem ich nach dem Studium als Berater einsteigen konnte.

Durch eine Jobbörse im Internet wurde ich auf Steria Mummert Consulting aufmerksam. Das Hamburger Beratungsunternehmen bot eine Tätigkeit als Werkstudent an, bei der man das Consulting durch Mitarbeit im Tagesgeschäft von der Pike auf kennen lernen würde. Ich bewarb mich kurz entschlossen und saß bereits wenige Tage später im Vorstellungsgespräch.

Noch bevor das Bewerbungsinterview zu Ende war, erhielt ich die Zusage. Ich sollte im Bereich Cross Industry Solutions arbeiten, wo branchenübergreifende IT-Lösungen entwickelt werden. Außerdem kann man bei Steria Mummert Consulting in den branchenbezogenen Tätigkeitsfeldern Banken, Versicherungen, öffentliche Verwaltungen, Energieversorgung, Gesundheitswesen und Transport arbeiten.

In den ersten Wochen war ich vor allem mit klassischen Back-Office-Arbeiten beschäftigt, zum Beispiel mit der Pflege von Mitarbeiter- und Kundenprofilen, der Erstellung von Listen und der Aktualisierung der Projektreferenzen. Nach und nach wurden die Aufgaben dann komplexer und anspruchsvoller. Am Ende der Zeit als Werkstudent nahm ich nicht nur an wichtigen Präsentationen teil, sondern erstellte auch eigenständig Angebote und führte umfangreiche Datenanalysen durch.

Regelrecht spannend wurde es, als sich die Möglichkeit ergab, bei einem mehrmonatigen Projekt in London mitzuwirken. Dabei ging es um Finanzdienstleistungen im Logistik-Sektor. Da ich nur spärliche Kenntnisse auf diesem Gebiet besaß, musste ich mich in kürzester Zeit in die Thematik einarbeiten. Genau das ist es allerdings, was ich am Consulting so schätze: Man betritt immer wieder Neuland. Dank dieses Projekts habe ich letztlich mehr über Logistik gelernt als während meines gesamten Studiums.

Da ich nun regelmäßig nach London flog, fühlte ich mich bereits wie ein richtiger Berater. Außer dem Flughafen und der „Tube", wie die U-Bahn in London genannt wird, habe ich von der Stadt allerdings nicht viel gesehen. Immerhin reichte die Zeit für einen Besuch in der Tate Gallery of Modern Art, dem weltweit größten Museum für moderne Kunst.

Als ich das Diplom in der Tasche hatte, stand meinem Berufsstart in der Beratung fast nichts mehr im Wege. Ich bewarb mich bei Steria Mummert Consulting für eine ausgeschriebene Stelle im Bereich Banking. Im anschließenden Jobinterview galt es unter anderem, eine Fallstudie zu einem aktuellen Projektthema zu lösen. Dann hatte ich mein Ziel, Berater zu werden, erreicht.

Seit meinem Einstieg bei Steria Mummert Consulting befasse ich mich überwiegend mit Fragestellungen aus dem Bereich Transaction Banking. Dabei geht es oft um Outsourcing-Strategien für Banken. Denn durch die zunehmende Nutzung von Kredit- und Debitkarten, steigende Transaktionszahlen und nicht zuletzt die Verwirklichung der Single European Payment Area, die bis Ende 2010 abgeschlossen sein soll, hat dieses Thema in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen.

Momentan arbeite ich gerade daran, Outsourcing-Modelle möglichst flexibel zu gestalten, ohne dass Effizienz und Qualität darunter leiden. Denn wie alle Firmen werden auch die Finanzunternehmen durch die Auslagerung von IT-Prozessen und anderen internen Arbeiten an spezialisierte Dienstleister vor große Herausforderungen gestellt. Meist erweisen sich die Modelle trotz umfangreicher Vertragswerke, die alle Wünsche der Vertragspartner zu berücksichtigen versuchen, als zu statisch.

Liegt der Vertragsabschluss beispielsweise längere Zeit zurück, kann das ganze Preismodell selbst bei kleinen Abweichungen ins Wanken geraten. Deshalb müssen im Vorfeld eine Reihe von Fragen geklärt werden: Welcher Preis wird für welche Transaktion festgesetzt? Welche Kapazitäten müssen beim Dienstleister vorgehalten werden? Wie variabel lassen sich die Kosten gestalten? Und wie kann gegebenenfalls das gesamte Outsourcing-Modell verändert und angepasst werden, ohne dass es seinen Nutzen verliert?

Ein wichtiges Thema bei Outsour-cing-Projekten ist auch die Steuer- und Kontrollierbarkeit des Ganzen. Welche Kontrollmechanismen müssen installiert werden, damit vertrauliche Betriebsinformationen nicht in falsche Hände geraten? Wie lassen sich Schwachstellen frühzeitig erkennen und Verbesserungspotenziale ausschöpfen?

Auch bei meinem aktuellen Projekt bei einer großen Bank stehen Fragen wie diese im Vordergrund. Momentan arbeiten wir gerade daran, das Outsourcing-Modell mit den strategischen Zielen der Bank in Einklang zu bringen. Dabei bin ich immer wieder aufs Neue überrascht, welcher Aufwand mit der Auslagerung von Betriebsprozessen verbunden ist. Oft reichen selbst tausend Seiten starke Dokumentationen nicht aus, um alle relevanten Konstellationen und Aspekte zu erfassen.

Für viele mag es Aufregenderes geben als die Ausgestaltung von Outsourcing-Partnerschaften. Doch man bekommt dadurch tiefe Einblicke in das Innenleben von Unternehmen, wie man sie sonst wohl nur noch auf Vorstandsebene erhält. Dies ist jedesmal wieder ausgesprochen reizvoll.

Bekanntlich ist die Bereitschaft, sorgfältig und gewissenhaft zu arbeiten, eine wichtige Voraussetzung für jede Beratertätigkeit. Das gilt erst recht für die Outsourcing-Beratung. Außerdem sollte man nichts gegen ein „Leben aus dem Koffer" haben, da die Arbeit größtenteils beim Kunden stattfindet. Auch der „Office Friday" ist in meinem Job eher die Ausnahme. Aber solange ich es mit interessanten Menschen und herausfordernden Projekten zu tun habe, bei denen ich viel lernen und Erfahrungen sammeln kann, macht mir das viele Reisen nichts aus.

Steria Mummert Consulting

Hauptsitz: Hamburg. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter.

Gesucht: Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsingenieure. Einstieg per Training-on-the-job.

Kontakt: Recruiting-Team, Tel. 040/22703-7680. E-Mail: people@steria-mummert.de. Weitere Infos: www.people.steria-mummert.de.

 

(aus WISU 3/08)