Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Karrieren. Bei der Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf kann man in wenigen Jahren von der studentischen Aushilfe zum Leiter eines Modehauses aufsteigen. Das Junior-Trainee-Programm des Unternehmens macht diese Blitzkarriere möglich. Kevin Ziegler, der an der FH Darmstadt BWL studierte, hat es durchlaufen. Heute leitet der 28-Jährige das P&C-Haus in Karlsruhe.

Peek & Cloppenburg Düsseldorf

Von der Aushilfe
zum Store Manager

Nach einer Reihe von Nebenjobs, mit denen ich mein BWL-Studium finanzierte — ich arbeitete sogar eine Zeit lang als Barkeeper —, hatte ich die Nase voll von dem meist schlechten Verdienst, den diese Tätigkeiten einbrachten. Ich wollte endlich eine Arbeit, die angemessen bezahlt wurde und bei der ich auch etwas für mein späteres Berufsleben lernen konnte.

Bei einem Stadtbummel entdeckte ich ein Plakat von Peek & Cloppenburg. Das Düsseldorfer Modeunternehmen suchte Verkaufsaushilfen für die Young-Fashion-Abteilung. Da ich schon immer ein Faible für Mode hatte und das Anforderungsprofil auch sonst gut zu mir passte, bewarb ich mich.

Meine Bewerbung hatte Erfolg, und es dauerte nicht lange, da wusste ich, dass ich hier genau richtig war. Es machte mir großen Spaß, andere junge Leute bei der Wahl ihrer Kleidung zu beraten. Hinzu kam, dass sich die Arbeitszeiten sehr gut mit meinem Studium vereinbaren ließen und ich zusätzlich zum Lohn eine Erfolgsprämie erhielt und sämtliche Artikel mit Personalrabatt kaufen konnte.

Immer wenn es die Arbeit und die Schulungen, an denen ich teilnahm, zuließen, warf ich einen Blick hinter die Kulissen. Als Kunde bekommt man vom Geschehen jenseits der Verkaufsräume ja nicht viel mit. Es war faszinierend zu sehen, wie alle Räder ineinander griffen — angefangen vom Einkauf und der Warenbewirtschaftung über das Marketing, die Gestaltung der Verkaufsräume bis hin zum Personalmanagement. Mir wurde schnell klar, dass hinter der Lifestyle-Marke und dem Modehaus P&C ein hochprofessionelles und äußerst effizientes Management steht.

Je mehr ich darüber nachdachte, desto besser gefiel mir der Gedanke, nach meinem Studium in dieser Branche zu arbeiten. Umso mehr, nachdem mich die Store Managerin auf das Junior-Trainee-Programm von P&C aufmerksam gemacht hatte. Es findet nicht erst nach, sondern bereits während des Studiums statt und macht einen Schritt für Schritt mit den Aufgaben einer Führungskraft in einem großen Handelshaus vertraut. Je nachdem für welche Programmschwerpunkte man sich entscheidet und welche Tätigkeit einem am meisten liegt, kann man dann später beispielsweise zum Store Manager oder Zentraleinkäufer aufsteigen.

Das Ganze gefiel mir so gut, dass ich mich kurzerhand für das Programm bewarb. Und nach einem Interview in der Personalabteilung gehörte ich zu den Junior Trainees von P&C. Rasch stellte sich heraus, dass diese Ausbildung nicht nur zeitlich perfekt zu meinen Verpflichtungen an der Uni passte, sondern auch inhaltlich, da sie auf gelungene Weise theoretische und praktische Elemente verbindet. So wurde ich in der Düsseldorfer Zentrale in mehreren Seminaren mit den Feinheiten der Personaleinsatzplanung und Personalführung, mit IT-gestützter Warenbewirtschaftung und Warenkunde vertraut gemacht. Dadurch lernte ich, wie man Mitarbeiter führt und die unterschiedlichsten Prozesse steuert.

Wie alle Junior Trainees arbeitete ich zunächst im Verkauf. Nicht nur der Kundenkontakt, auch das Warenhandling, Einsätze an der Hauptkasse und das Dekorieren gehörten dazu. Eine Zeit lang war ich auch für die Abnahme und den Aufbau der täglich ankommenden Neuware verantwortlich. Wie wichtig die Präsentation der einzelnen Artikel ist, wurde mir spätestens bei den Schulungen zum Visual Merchandising bewusst, wo man mir die entscheidenden Kniffe beibrachte.

Tiefere Einblicke in die Organisation und die Personaleinsatzplanung erhielt ich, als ich die Store Managerin bei ihrer täglichen Arbeit begleitete. Eine besonders interessante Erfahrung war es, das eine oder andere Vorstellungsgespräch aus der Perspektive des Unternehmens mitzuerleben.

Im Handel hat man es ständig mit Kennzahlen zu tun. Dabei geht es um den Umsatz pro Quadratmeter Ladenfläche, um die Anteile der einzelnen Marken, um Produktivität, Lagerumschlag, Endlager und vieles mehr. Wer sich hier nicht auskennt, steht auf verlorenem Posten. Kein Wunder, dass in der Ausbildung großer Wert auf das Verstehen und richtige Interpretieren dieser Zahlen gelegt wird.

Als rechte Hand des Abteilungsleiters war ich auch Ansprechpartner für die Mitarbeiter. Dabei lernte ich, wie wichtig es ist, andere für die gemeinsamen Ziele zu begeistern. Man muss sich mit der Persönlichkeit des Gegenübers auseinandersetzen und gemeinsam mit ihm Entwicklungsziele festlegen. Die Motivation der Mitarbeiter ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Abteilungsleiters, der sich außerdem stets seiner Vorbildfunktion bewusst sein muss. Gegen Ende des Trainee-Programms führte ich dann sogar selbständig Personalgespräche und plante den Personaleinsatz. Außerdem vertrat ich den Abteilungsleiter, wenn dieser außer Haus war. Eine Menge Verantwortung für einen Studenten.

Meine Arbeit hatte auch noch den erfreulichen Nebeneffekt, dass ich mein Studium konsequent vorantrieb. Die Aussicht, gleich danach eine Führungsposition übernehmen zu können, beflügelte mich. Meine Diplomarbeit beschäftigte sich mit dem Thema „Brand Marketing". Natürlich kam es von P&C. Und sowohl unser Brand Director als auch die für das Junior-Trainee-Programm zuständige Betreuerin unterstützten mich bei meinen Recherchen nach Kräften.

Als mein Studium zu Ende ging, war auch die Traineezeit vorüber. Danach übernahm ich die Position eines Abteilungsleiters Herrenartikel und wurde von Aschaffenburg in das Main-Taunus-Zentrum nach Frankfurt versetzt. Ab sofort war ich für mehrere Millionen Euro Jahresumsatz und 15 Mitarbeiter verantwortlich. Doch durch das Junior-Trainee-Programm war ich bestens vorbereitet. 18 Monate später folgte bereits der nächste Karriereschritt: Ich übernahm die Leitung des P&C-Hauses im Frankfurter Nordwest-Zentrum.

Auch dort blieb ich nicht lange. Zum Geschäftsleiter Herrenkonfektion ernannt, führe ich seit Anfang 2008 mit einer Kollegin unsere Niederlassung in Karlsruhe. Gerade mal fünf Jahre sind seit meinem Einstieg als studentische Aushilfe vergangen. Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, einmal ein großes Modehaus zu leiten.

 

Peek & Cloppenburg KG

Hauptsitz: Düsseldorf. Das Unternehmen beschäftigt 12.500 Mitarbeiter. Umsatz: 1,3 Mrd. Euro.

Gesucht: Wirtschaftswissenschaftler. Geboten wird ein studienbegleitendes Junior-Trainee-Programm, zudem ein achtmonatiges General-Management-Programm.

Kontakt: Christina Kremer, www.peek-cloppenburg.de/karriere.

 

(aus WISU 4/08)