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Auch Banken benötigen manchmal Rat, etwa wenn es um Anlagestrategien für ihre Kunden geht. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist die Beratungsfirma LPA, die von ehemaligen Mitarbeitern der Deutschen Bank gegründet wurde. Dass auch Absolventen bei LPA Karriere machen können, zeigt das Beispiel von Alexander Ilewitsch, 24, der dort vor zwei Jahren als Junior Consultant anfing. LPA Lucht Probst Associates Als Consultant Meine Neugier auf andere Länder begann früh: Noch bevor ich an der University of Sussex in Brighton Volkswirtschaftslehre und Mathematik studierte, war ich bereits ein Jahr lang als Schüler in Großbritannien gewesen. Ein Praktikum führte mich dann zu einer Investmentbank nach Luxemburg, wo ich erstmals Gelegenheit hatte, mein inzwischen erworbenes Uniwissen in der Praxis zu erproben.
Nachdem ich meinen Master in der Tasche hatte, war Stellensuche angesagt. Wie sich schnell herausstellte, gab es jede Menge Angebote für Finanzmathematiker. Auch die Investmentbanken hatten großen Bedarf an Absolventen dieses Faches. Von den Big Playern der Branche fühlte ich mich allerdings nicht so recht angezogen. Die Vorstellung, ein kleines Rädchen im Getriebe eines großen Finanzkonzerns zu sein, erschien mir alles andere als verlockend. Zufällig stieß ich dann auf eine Stellenannonce von LPA. Die unkon-ventionelle Aufmachung der Anzeige sprach mich ebenso an wie die ausgeschriebene Position eines Junior Consultant, bei der es um die Entwicklung von Kapitalmarktstrategien ging. LPA ist ein junges Beratungsunternehmen, das sich auf Zins- und Währungsmanagement spezialisiert hat und hauptsächlich Banken und andere Finanzunternehmen berät. Damit ist jedoch nicht das Eigengeschäft der Bank gemeint, sondern Anlagestrategien für deren Kunden. LPA verhilft den Banken also zu einem besseren Produkt- und Leistungsangebot. Außerdem entwickeln und implementieren die LPA-Berater Software-Lösungen für den Vertrieb von Kapitalmarktprodukten. Ich bewarb mich und wurde zu einem Vorstellungsgespräch mit einem Managing Partner von LPA eingeladen. Er informierte mich über alles Wissenswerte zum Unternehmen und erklärte mir die Aufgaben eines Junior Consultant. Beim zweiten Interview, das wenige Tage später stattfand, lernte ich dann auch einen der Gründer von LPA kennen. Ebenso wie mein erster Gesprächspartner war er etwa Mitte dreißig. Auch dieses Gespräch verlief ausgesprochen positiv, so dass ich keine Sekunde zögerte, als man mir ein Job-Angebot machte. Ich packte meine Koffer und zog von London nach Frankfurt. Meine Tätigkeit bei LPA begann mit einem intensiven Lernprogramm. Die ersten zwei Monate verbrachte ich damit, mein Finanzwissen zu erweitern, außerdem wurde ich in die Produkte und Software-Lösungen der Firma eingeweiht. Sie können je nach Bedürfnis des Kunden zu einer effektiven Finanzstrategie kombiniert werden. Danach arbeitete ich vier Wochen in der „quantitativen Abteilung" von LPA. Hier werden finanzmathematische Modelle entwickelt, mit deren Hilfe sich unterschiedlichste Kapitalmarktprodukte bewerten lassen. Die Mitarbeit bei einem Pricing-Projekt verschaffte mir Einblicke in die Pricing-Struktur der LPA-Produkte und die Beratungs- und Bewertungssoftware. Dann stand auch schon mein erstes Kundenprojekt an. Zusammen mit zwei Kollegen zog ich in eine angemietete Wohnung in einer norddeutschen Kleinstadt, was uns einen längeren Hotel-Aufenthalt ersparte. Da die beiden nicht viel älter waren als ich, herrschte bei uns bald eine Art Studenten-WG-Atmosphäre. Es ging also recht relaxed zu. Die Beratung fand überwiegend im Handelsraum des Kunden statt, so dass wir kaum von den Mitarbeitern der Bank zu unterscheiden waren. Ich analysierte die Probleme der Endkunden und strukturierte in Zusammenarbeit mit der Sales-Abteilung Produkte und Derivate. Die damalige angespannte Personalsituation bei LPA machte es leider erforderlich, dass ich bereits nach einem Monat von dem Projekt abgezogen wurde. Der nächste Einsatz sollte dann gleich sieben Mo-nate dauern. Anschließend ging es wieder zurück nach Frankfurt, wo ich erneut in der quantitativen Abteilung arbeitete. Ich befasste mich wieder mit Bewertungsmethoden anhand von Preisfindungs-Modellen. Diesmal wurden sie für ein neues Pricing-Tool benötigt. Langsam aber sicher mauserte ich mich zu einem regelrechten Experten auf diesem Gebiet, zumal ich auch noch an einem finanzmathematischen Seminar der Frankfurt School of Finance & Management teilnahm. Wie es schien, hatte ich meinen Platz im Unternehmen gefunden. Bis mich LPA dann mit einem Angebot überraschte, dem ich nicht widerstehen konnte. Zusammen mit einem unserer Senior Consultants sollte ich in London maßgeschneiderte Lösungen für unsere internationalen Großkunden entwickeln. Damit war auch die Beförderung zum Consultant verbunden. Allerdings warf die bis heute anhaltende Subprime- und Bankenkrise bereits damals ihre Schatten voraus. Nach einigen Monaten führte ich das Projekt selbständig weiter und schloss es schließlich auch erfolgreich ab. Inzwischen bin ich — um manche Erkenntnis und Erfahrung reicher — nach Deutschland zurückgekehrt. Derzeit arbeite ich wieder im Handelsraum einer Bank. Außerdem bereite ich mich auf die CFA-Prüfung (CFA = Chartered Financial Analyst) vor, denn bei LPA wird großer Wert auf Weiterbildung gelegt. Die Arbeit in unserer jungen Mannschaft, in der Hierarchien (fast) keine Rolle spielen, macht mir nach wie vor viel Spaß. Und über mangelnde Abwechslung kann man sich in der Finanzbranche wirklich nicht beklagen.
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