|
|
Unter den zahlreichen IT-Dienstleistern nimmt SimCorp eine besondere Stellung ein. Die dänische Firma hat sich auf Software-Lösungen für die Finanzbranche spezialisiert, die sie nicht nur entwickelt und verkauft, sondern auch implementiert und wartet. Adrian Zytkowiak, 27, ist nach seinem BWL-Studium in Frankfurt/M. als Business Consultant bei SimCorp eingestiegen. SimCorp Start beim Spezialisten Kurz nach meinem BWL-Studium stieß ich auf eine Stellenanzeige von SimCorp, die mich interessierte. Man suchte einen Business Consultant für die Implementierung der Investment-Management-Software des Unternehmens. Da ich mich im Studium auf Finanzen und Wirtschaftsinformatik spezialisiert hatte, passte das Angebot perfekt. Ich bewarb mich und wurde schnell zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ihm folgte kurze Zeit später ein zweites Interview, bei dem man mir dann ein Job-Angebot machte. Seit einem guten halben Jahr bin ich nun Mitarbeiter von SimCorp.
Mein erster Arbeitstag in der deutschen Niederlassung in Bad Homburg begann mit einer Führung durch das Gebäude, bei der ich einige der insgesamt 135 Mitarbeiter kennen lernte. Alle Berater hatten ein Studium absolviert und viele sogar promoviert. In den folgenden Tagen ging es dann mit verschiedenen Einführungskursen und anderen Veranstaltungen weiter. Sie dienten auch dazu, mich auf die SimCorp Dimension Academy in Kopenhagen vorzubereiten, wo den Einsteigern während eines dreiwöchigen Seminars das Grundlagenwissen über die Software und ihren Einsatz beigebracht wird. In Kopenhagen angekommen traf ich auf Kollegen aus Belgien,
Schweden, Australien und natürlich aus Dänemark. In der ersten Woche ging es
neben dem Kennenlernen der Software vor allem auch um finanzwirtschaftliche
Themen, etwa um Renditekurven. In der zweiten Woche standen dann technische
Fragen im Vordergrund, beispielsweise wie man Daten importiert. Die
Schlusswoche war einer längeren Übung und einer Präsentation vorbehalten,
bei der ich zusammen mit einem dänischen Kollegen die vielfältigen
Einsatzmöglichkeiten der „Portfolio Workbench“, einem Modul der
SimCorp-Dimension-Software für das Portfolio-Management, demonstrierte. Das Thema kam mir nicht ungelegen: Bereits im Studium hatte ich mich kurz mit Risikobewertung im Wertpapierhandel befasst. Bei der Präsentation ging ich dann auch auf den praktischen Nutzen von Value-at-Risk-Modellen und die rechtlichen Anforderungen ein, die diese an Banken und Versicherungen stellen. Die verschiedenen Methoden erläuterte ich anhand eines Aktien-Portfolios aus der SimCorp-Dimension-Software. Nach der Präsentation erhielt
ich ausführliches Feedback von meinen Vorgesetzten, das sehr positiv
ausfiel. Damit war die Generalprobe für meine künftigen Kundenprojekte, bei
denen man sich immer wieder mit neuen Problemen auseinandersetzen muss und
meist nur wenig Zeit für die Vorbereitung der Präsentationen hat, vollauf
geglückt. Als ich zu unserem Wiener Team stieß, war das Projekt gerade erst angelaufen, so dass ich auch die Planungs- und Analysephase miterlebte. Projektarbeit, das war mir schnell klar, ist nicht mit einem Praktikum oder einer Tätigkeit als Werkstudent zu vergleichen. Zum einen findet die Arbeit — außer freitags — vor Ort beim Kunden statt, zum anderen müssen alle eng und intensiv zusammenarbeiten. Vor allem in der Analysephase, wenn die Arbeits- und Kommunikationsprozesse des Kunden erfasst und erste Überlegungen angestellt werden, wie die Software am besten an seine Bedürfnisse angepasst werden kann. Dann sind Präsentationen, Meetings und Workshops an der Tagesordnung, was sich ohne gutes Teamwork und Zeitmanagement nicht bewerkstelligen lässt. Meine Aufgabe innerhalb des Teams ist die Abbildung von
Gebührenmodellen für Transaktionen, Fonds und die Depots der
Vermögensverwaltung sowie die Implementierung von Value-at-Risk-Modellen zur
Berechnung des Marktrisikos von Fonds. Letzterem gehört momentan meine ganze
Aufmerksamkeit, da die Value-at-Risk-Modelle später noch von
Wirtschaftsprüfern abgenommen werden müssen. Wie es nun weitergeht? Ich kann die Expertenlaufbahn einschlagen oder Projektleiter mit Personalverantwortung werden. Auch der Wechsel in eine andere Abteilung, etwa Vertriebsunterstützung oder Kundenbetreuung, ist möglich. Denkbar ist auch ein längerer Auslandsaufenthalt. Doch bis dahin ist noch eine Weile Zeit. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf mein aktuelles Projekt.
|
|||
|