Ein Berater-Job bei SAP ist nicht nur für viele IT-Absolventen ein Traumjob. Denn der Software-Riese aus Walldorf bei Heidelberg ist der größte Hersteller von Unternehmenssoftware und einer der größten Software-Konzerne überhaupt. Isabella Konietzko, 29, hatte zunächst andere Berufsziele. Nach einem Praktikum bei SAP hat sie ihre Meinung allerdings schnell geändert.

SAP

Praktikantin, Werkstudentin,
Junior-Beraterin

Schicker Hosenanzug, kleiner Koffer, Ticket in die Schweiz: So stieg ich nicht nur in den Zug, sondern auch in mein erstes Kundenprojekt ein — und zwar als Junior-Beraterin bei SAP, dem weltweit größten Hersteller von Software für Unternehmen jeder Größe.

Dabei hatten meine Pläne vor ein paar Jahren noch ganz anders ausgesehen: Ich wollte Management und Marketing studieren und danach in einem großen Unternehmen arbeiten. Stattdessen studierte ich dann Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Ludwigshafen. Zumindest Teil zwei meines Plans habe ich verwirklicht. Denn mit über 50.000 Mitarbeitern ist SAP ein globales Unternehmen, in dem Menschen aus mehr als 100 Nationen arbeiten.

Es begann mit der Bewerbung für ein Praktikum in der Abteilung Business Intelligence Qualitätsmanagement von SAP. Das Vorstellungsgespräch verlief in lockerer Atmosphäre, und am Ende hieß es: „Wir wollen Dich haben!“ Es folgte eine kurze Vorstellungsrunde in meiner künftigen Abteilung, dann erklärte man mir, welches Projekt mich erwartete. Ich sollte für die Software SAP NetWeaver BI 7.0 automatisierte und gleichzeitig wiederverwendbare so genannte Frontend-Tests mitentwickeln, das sind Tests, die per Knopfdruck gestartet und mit variablen Werten programmiert werden.

Dank dieses Projekts gelang es SAP, die Qualität seiner Software zu steigern und zu sichern. Auf diese Weise konnte ich meinen Teil zur effizienten Nutzung automatisierter Tests beitragen.

Während des sechsmonatigen Praktikums lernte ich nicht nur einiges darüber, wie man Software testet, sondern auch etwas über die Werkzeuge, die für die Entwicklung solcher automatisierten Tests benötigt werden, beispielsweise die Frontend-Applikationen Query Designer und Business Explorer Analyzer, mit denen man Abfragen erstellt bzw. analysiert.

Gut gefiel mir, dass mich die Kollegen nicht als Praktikantin, sondern als gleichwertige Mitarbeiterin ansahen. Allerdings wurde auch selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten erwartet. Bei Problemen konnte ich aber immer auf ihre Hilfe zählen. Schließlich waren wir ein Team.

Aus diesem ersten kleinen Projekt entwickelte sich ein größeres, und so bekam ich die Chance, weiter an meinem Thema zu arbeiten, diesmal allerdings als Werkstudentin. Ich vertiefte meine Kenntnisse in SAP BI und im automatisierten Testen und konnte mit den Tests komplexere Bereiche bearbeiten, die mehrere Funktionen auf einmal abdeckten.

Durch das Praktikum und die Tätigkeit als Werkstudentin ergab sich auch die Möglichkeit, eine praktische Diplomarbeit bei SAP zu schreiben. Das Thema waren automatisierte Tests für das SAP NetWeaver Portal. Ich entwickelte ein praxistaugliches Konzept, das es erlaubte, die Tests während der Laufzeit des Programms automatisch aufzubauen und auszuführen. Was dann, wie sich später herausstellte, in der Praxis sehr gut funktionierte.

Während ich an der Diplomarbeit schrieb, machte ich mir intensiv Gedanken über meinen künftigen Job. Sollte ich bei SAP bleiben oder mich lieber woanders umschauen? Ich kam zu dem Schluss, dass ich hier sehr gut aufgehoben war. Nicht nur wegen der beruflichen Perspektiven, auch das soziale Umfeld stimmte, was letztlich für mich entscheidend ist.

Allerdings wünschte ich mir Kontakt mit Kunden und wollte auch nicht auf eine bestimmte Tätigkeit im Bereich Business Intelligence (BI) festgelegt sein, sondern an möglichst unterschiedlichen Projekten mitwirken. Eine Stellenbeschreibung, die eigentlich perfekt auf den SAP-Berater zutrifft. Nach einem Gespräch mit einem Kollegen aus der Beratung war ich mir dann sicher: Ich wollte Beraterin werden.

Auf der Karriere-Website von SAP fanden sich gleich mehrere interessante Angebote. Da ich bereits ziemlich konkrete Vorstellungen von meiner künftigen Tätigkeit hatte, entschied ich mich dann — nachdem ich noch Rücksprache mit einigen SAP-Beratern gehalten hatte — recht schnell für eine Stelle. Kurz darauf rief der zuständige Abteilungsleiter an, und wir vereinbarten einen Termin. Nach einem netten und sehr informativen Gespräch wusste ich, dass ich mich gerade mit meinem künftigen Vorgesetzten unterhalten hatte. Jetzt musste ich nur noch meine Diplomarbeit abschließen, dann konnte ich als Junior-Beraterin für Consumer Products von SAP starten.

Auf neue Mitarbeiter wartet bei SAP eine dreitägige Einführungsveran-staltung. Hier kann man die neuen Kollegen „beschnüffeln“ und sich gemeinsam mit der neuen Umgebung vertraut machen. So erfuhr ich unter anderem, dass sich hinter dem Kürzel „CD“ nicht etwa eine Compact Disc, sondern das Consulting Department von SAP verbirgt.

Am ersten Bürotag gab es dann viel zu erledigen: Ich musste mir eine Identifikationskarte, einen Laptop und natürlich ein Mobiltelefon besorgen — die Standard-Ausrüstung jedes Beraters. Nachdem ich mich meinem neuen Team vorgestellt hatte, nutzte ich den Rest des Tages, um alle notwendigen Programme auf dem Laptop zu installieren.

In den folgenden Tagen nahm ich an einigen Schulungen teil. Es ging um Kommunikation und Präsentation, eine Einführung in die SAP-Systeme, um Methoden und Werkzeuge der Beratung und um mein Spezialgebiet Business Intelligence. Diese Schulung war auch mit einer Zertifizierung verbunden.

Anfang dieses Jahres startete ich dann als frisch zertifizierte Junior-Beraterin in mein erstes Consulting-Projekt. Die Aufgabe: in einem internationalen Unternehmen aus der Schweiz eine neue BI-Infrastruktur aufbauen. Bei diesem längeren Projekt bin ich nicht nur für die Koordination der Tests verantwortlich, sondern auch für alle damit verbundenen Aufgaben. Dazu gehören auch allgemeine Handlungsanweisungen für die Testfälle.

Momentan lerne ich jeden Tag Neues dazu. Die Arbeit hat es oft in sich. Doch durch die Erfahrungen, die ich als Praktikantin, Werkstudentin und Diplomandin bei SAP sammeln konnte, bin ich bestens vorbereitet.

 

SAP AG

Hauptsitz: Walldorf. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 51.000 Mitarbeiter. Umsatz 2007: 10,3 Mrd. Euro.

Gesucht: Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsingenieure. Verschiedene Einstiegsprogramme.

Kontakt: Bewerber-Hotline, Tel. 06227/7-48599, E-Mail: jobs.germany@sap.com. Zusätzliche Infos: www.sap.de/karriere.

 

(aus WISU 10/08)