Kaum ein Pharmaunternehmen verfügt über eine so große Tradition wie Bayer. Doch nur wenige Absolventen wissen, dass man bei dem Leverkusener Konzern auch als Unternehmensberater Karriere machen kann. Verena Vogel, 30, ist nach ihrem BWL-Studium und anschließender Promotion in Münster als Inhouse Consultant bei Bayer eingestiegen.

Bayer

Vielseitig und international:
Consulting beim Pharmariesen

Für wen will ich in Zukunft arbeiten? Vor dieser nicht einfachen Frage stand ich im Frühjahr 2007. Doch obwohl ich kurz zuvor noch gar nicht gewusst hatte, dass es bei Bayer einen Unternehmensbereich Business Consulting gibt, entschied ich mich dann schnell für den Pharmakonzern.

Die Unternehmensberatung mit ihren ständig wechselnden Aufgaben und Herausforderungen faszinierte mich schon länger. Ein Praktikum bei einem Beratungsunternehmen hatte mich auf den Geschmack gebracht. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Marketing Centrum Münster lernte ich dann nicht nur, was einen guten Forscher und Dozenten ausmacht, sondern auch, wie man Projekte erfolgreich managt. Eine wichtige Voraussetzung, wenn man später als Consultant arbeiten möchte.

Nach meiner Promotion und sieben Monaten als Lecturer an der Curtin University of Technology im australischen Perth schrieb ich im Mai  2007 meine ersten Bewerbungen. Bei meinen Job-Recherchen entdeckte ich, dass Bayer Business Consulting Nachwuchs suchte. Ich war sofort Feuer und Flamme. Als Inhouse Consultant in einem internationalen Großkonzern würde ich wichtige Kontakte knüpfen können und so möglicherweise den Grundstein für eine anschließende Karriere im Management legen.

Nach meiner Bewerbung wurde ich gleich zu einem Vorstellungstag eingeladen, bei dem man vier Interviews durchläuft, Case Studies bearbeitet und einige Inhouse Consultants des Unternehmens kennenlernt. Es wurde ein sehr lehrreicher und auch anstrengender Tag, der mir aber ein gutes Bild davon vermittelte, wie es ist, als Berater bei Bayer zu arbeiten. Besonders gefiel mir, dass Bayer Business Consulting auch strategischen Projekte durchführt, man als Mitarbeiter also nicht — wie bei anderen internen Beratungen — nur Prozessabläufe verbessert. Offenbar hatte ich bei der Recruiting-Veranstaltung einen guten Eindruck gemacht, denn noch am selben Tag erhielt ich ein Job-Angebot.

Drei Monate später begann mein neues Arbeitsleben als Inhouse Consultant von Bayer. Die ersten zwei Wochen vergingen mit intensiver Einarbeitung. Ich nahm an unterschiedlichsten Schulungen teil, hörte interessante Vorträge und machte mich mit meinen neuen Kollegen bekannt.

Parallel zu diesen „Trockenübungen“ startete auch bereits die Projektarbeit. Schon am dritten Tag flog ich mit dem Projektleiter nach Berlin, wo uns Mitarbeiter von Bayer Schering Pharma erwarteten. Im Rahmen der Corporate Social Responsibility sollten wir eine „Access to Medicine“-Strategie entwerfen. Es war der Auftakt zu vier Monaten harter Arbeit. Am Ende stand ein gemeinsam entwickeltes Konzept, das wir dem Vorstand präsentierten.

Die nächste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal ging es um den Planungsprozess des Teilkonzerns Bayer MaterialScience, der Polymere und hochwertige Kunststoffe herstellt. Wir sollten helfen, ihn zu optimieren, und sicherstellen, dass die empfohlenen Änderungen auch von allen Beteiligten akzeptiert und umgesetzt würden.

Anders als beim ersten Projekt, bei dem das Team unseres Kunden überschaubar war, hatten wir es diesmal mit rund 50 Mitarbeitern von Bayer MaterialScience zu tun. Das machte es manchmal nicht leicht, alles unter einen Hut zu bekommen und das Projekt auf Kurs zu halten. Wir richteten ein Project Management Office ein, von dem aus ich zusammen mit einigen Kollegen die Projektleitung unterstützte und daneben noch drei Teilprojekte betreute. Auch diesmal waren wir Berater wieder maßgeblich an der Umsetzung des entwickelten Konzeptes — sprich: der Implementierung des neuen Planungsprozesses — beteiligt.

Bayer ist in über 150 Ländern aktiv. Kein Wunder, dass viele Consulting-Projekte im Ausland stattfinden. Einige meiner Kollegen sind gerade in Basel, Barcelona, Moskau, Osaka und São Paulo, um nur einige Beispiele zu nennen. Ich werde demnächst in den USA eingesetzt. Diesmal geht es um eine Wachstumsstrategie für eine nordamerikanische Division von Bayer HealthCare. Ich bin sicher, dass es drei abwechslungsreiche Monate werden, in denen ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln kann.

Doch es ist nicht nur dieses Training-on-the-job, durch das man als Berater bei Bayer Business Consulting jeden Tag etwas Neues hinzulernt. Man nimmt auch laufend an internen und externen Weiterbildungen teil. Sie richten sich nach einem indivi-duellen Trainingsplan, der einmal im Jahr gemeinsam mit dem Vorgesetzten erstellt wird. Bei vielen dieser Trainings, bei denen Kommunikations- und Präsentationstechniken und viele andere Fertigkeiten vermittelt werden, trifft man auch auf Inhouse Consultants anderer Unternehmen. Klar, dass man dann immer neugierig ist, wie es bei den anderen so läuft.

Da Bayer großen Wert auf Erfahrungsaustausch und Networking legt, finden zweimal im Jahr Meetings aller 80 Berater der drei Standorte Leverkusen, Pittsburgh und Shanghai statt. Dieses Jahr gehörte ich zu dem Kollegenteam, das das zweitägige Treffen organisierte. Wie man sieht, dreht sich in meinem Job nicht immer alles nur um Consulting. Die Organisation von Veranstaltungen, aber auch der abteilungsübergreifende Know-how-Transfer und Recruiting-Maßnahmen gehören ebenfalls dazu.

Inzwischen arbeite ich bereits über ein Jahr als Bayer Business Consultant. Meine Entscheidung für dieses Unternehmen habe ich noch keine Sekunde bereut. Ich mag die enorme Themenvielfalt, mit der ich es hier zu tun habe. Auch die Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern, den vielen Bayer-Töchtern in aller Welt, und den Kollegen klappt ausgezeichnet. Außerdem schätze ich es, dass man vom ersten Tag an so viel Vertrauen in mich gesetzt hat. Damit hat sich alles, was mir an meinem Job wichtig war, erfüllt.

Ich kann mir gut vorstellen, nach einigen Jahren in eine Linienfunktion des Mutterkonzerns zu wechseln. Etwa 90 Prozent der internen Berater machen diesen Schritt früher oder später. Von der Konzernleitung wird er aktiv unterstützt. Damit ist das Inhouse Consulting bei Bayer gleichzeitig ein echtes Karrieresprungbrett.

 

Bayer

Hauptsitz: Leverkusen. Das Unternehmen beschäftigt 106.000 Mitarbeiter. Umsatz 2007: 32,4 Mrd. Euro.

Gesucht: Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsinformatiker sowie Wirtschaftsingenieure. Mehrere Einstiegsprogramme.

Kontakt: Uwe Holländer, Tel. 0214/30-77419,
E-Mail: businessconsulting@bayerbbs.com. Infos: www.bayerbusinessconsulting.de.

 

(aus WISU 12/08)