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Bertelsmann ist einer der größten Medienkonzerne. Für seine umfangreichen Aktivitäten in den fünf Sparten Fernsehen (RTL), Buch (Random House), Zeitschriften (Gruner + Jahr), Medienservices (Arvato) und Medienclubs sucht das Unternehmen ständig Nachwuchskräfte. Benjamin Massmann, 28, arbeitet seit kurzem bei der Tochterfirma Arvato. Bertelsmann
Mit der
Diplomarbeit So lange ich denken kann, wollte ich Wirtschaftswissenschaft studieren. Da ich mich gleichzeitig möglichst gut auf die Anforderungen der Praxis vorbereiten wollte, entschied ich mich zunächst für das Fach International Business Management an der Fachhochschule Worms. Das Hauptstudium — mit den Schwerpunkten Marketing of Services und Customer Relationship Management — fand dann an der School of Business Luzern statt.
Den ersten Kontakt zu Bertelsmann hatte ich kurz vor Ende des Studiums. Ich wollte meine Diplomarbeit über ein Medienthema schreiben. Was lag da näher, als bei einem großen Medienkonzern anzuklopfen? Und ehe ich mich versah, saß ich bei Sony BMG, einem Joint Venture von Sony und Bertelsmann, in New York und arbeitete an meiner Abschlussarbeit — und zwar unter direkter Aufsicht des CEO. Das Thema: „Marketing and Sale of Music and music-related Poducts and Services via non-traditional Distribution Channels“. Durch meine Recherchen kam ich zu dem Ergebnis, dass die bisherigen Vertriebsmethoden und das Festhalten am Digital Rights Management angesichts der digitalen Revolution nicht mehr zeitgemäß waren. Deshalb schlug ich — als Ergänzung zu den bisherigen Distributionswegen — Musik-Flatrates und Abo-Systeme vor, letztere in Kooperation mit Telekomfirmen und in strategischen Partnerschaften mit Elektronikunternehmen. Die Zusammenarbeit mit Sony BMG klappte sehr gut, meine Ansprechpartner unterstützten mich nach Kräften. Schließlich ging es bei meiner Arbeit um nicht weniger als die zentrale Herausforderung, der sich die Musikindustrie im Zeitalter der Online-Tauschbörsen gegenübersieht. Für mich war das Ganze eine einmalige Chance. Ich konnte mich nicht nur intensiv mit einem brandaktuellen Thema befassen, sondern lernte dabei auch noch eines der größten Musiklabels kennen und arbeitete gewissermaßen Tür an Tür mit dessen CEO. Außerdem war es nach der Zeit im eher beschaulichen Luzern aufregend, ein halbes Jahr in New York zu leben, der Stadt mit den meisten Medienunternehmen der Welt. Bereits damals stand für mich fest, dass ich auch künftig gern für Bertelsmann arbeiten würde, da das Unternehmen viele berufliche Perspektiven und hochinteressante Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Ich hatte den Eindruck, dass man als engagierter Mitarbeiter schnell Projektverantwortung übernehmen und Karriere machen konnte. Während meiner Zeit bei Sony BMG lernte ich auch andere Unternehmensbereiche wie die Services-Tochter Arvato kennen. Hier werden unter anderem so genannte White-Label-Online-Plattformen für die digitale Musikdistribution entwickelt. Diese Verbindung von Musik-Business und B2B-Marketing fand ich besonders interessant. Kaum aus New York zurück, bewarb ich mich deshalb als Assistent der Geschäftsführung bei Arvato Services. Für das 12 bis 18 Monate dauernde Einstiegsprogramm wurden laut Stellenbeschreibung kreative und unternehmerische Persönlichkeiten mit herausragendem Universitätsabschluss und Projekt- und Berufserfahrung gesucht. Nach einem ausführlichen Telefoninterview folgte dann gleich die Einladung zur Recruiting-Veranstaltung „Direct to Arvato“. Etwas nervös flog ich nach Berlin. Bei der Veranstaltung sollten die Bewerber nicht nur verschiedene Geschäftsführer von Arvato kennenlernen. Hier würde sich auch entscheiden, ob es mit dem Karrierestart klappen würde. Nachdem wir in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden 1 von der Geschäftsleitung begrüßt worden waren, ging es abends erst einmal zu einem Dinner auf die Dachterrasse des Hauses. Wie schon in New York hatte ich auch diesmal wieder das gute Gefühl, dass man sich sehr intensiv um den Nachwuchs kümmerte. Am nächsten Tag wurden wir in Gruppen eingeteilt. Jede erhielt eine Aufgabe, die in relativ kurzer Zeit bewältigt werden musste. Die Herausforderung bestand darin, die Arbeit sinnvoll im Team zu verteilen und zügig zu einer einvernehmlichen, vor allem aber brauchbaren Lösung zu gelangen. Als wir das Ergebnis anschließend der Geschäftsleitung präsentierten, wurde auch die eine oder andere kritische Frage gestellt. Noch am selben Tag erhielt ich das Angebot, als Assistent der Bereichsleitung Marketing und Vertrieb bei Arvato Services anzufangen. Da ich den Konzern dank meiner Zeit in New York bereits recht gut kannte, musste ich nicht lange überlegen. Tags darauf unterschrieb ich den Arbeitsvertrag. In derselben Woche nahm ich auch noch an „Talent Meets Media“ teil. Wieder ging es nach Berlin, um zusammen mit anderen ausgewählten Studenten den Vorstandsvorsitzenden, mehrere Vorstände und weitere Führungskräfte zu treffen. Irgendwann saßen wir dann alle in lockerer Atmosphäre zusammen und schauten uns ein EM-Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft an. Am nächsten Tag wurden wir in acht Projektteams aufgeteilt. Unter großem Zeitdruck sollten wir Lösungen zu komplexen Fragestellungen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen erarbeiten. Ich wurde dem Arvato-Workshop zugeteilt. Unsere Aufgabe war es, ein Geschäftskonzept für einen CD/DVD-Hersteller zu entwickeln. Das erforderte einiges Nachdenken, doch wie die anderen Teams wurden auch wir von erfahrenen Mitarbeitern des Unternehmens unterstützt. Sogar der Bertelsmann-Chef gesellte sich für eine halbe Stunde zu uns. Besonders gut fand ich, dass es sich nicht um eine theoretische Fallstudie handelte. Stattdessen sollten wir unsere Fähigkeiten an einem aktuellen Arvato-Thema beweisen. Die Lösung wurde dann dem Bertelsmann-Chef und den anderen Vorständen in einer fünfzehnminütigen Präsentation vorgestellt. Gut, dass alles so schnell ging. Damit blieb gar keine Zeit, um nervös zu werden. Nach den Präsentationen schipperten wird dann alle mit einem Ausflugsboot zu einem angesagten Club, wo die Preisverleihung stattfinden sollte. Die Bootstour über die Spree war jedoch noch längst nicht der Höhepunkt des Abends. Nach der Auszeichnung der drei besten Präsentationen gab es — zu unser aller Überraschung — ein Exklusivkonzert der „Fantastischen Vier“. Das Publikum tobte. Über eine Stunde lang rappten die „Fantas“ und verausgabten sich dabei genauso wie wir. Obwohl unser Team nicht zu den Gewinnern gehörte, habe ich mich an diesem Tag doch wie einer gefühlt. Denn wer kann schon von sich behaupten, mit dem Vorstandschef eines weltweit operierenden Konzerns Fußball geschaut und in einem Workshop zusammengearbeitet zu haben? Und das, bevor man in der Firma überhaupt richtig angefangen hat. Im Juli ging es dann in Gütersloh los. Bereits wenige Wochen später bekam ich mein erstes Projekt. Als Assistent der Geschäftsleitung habe ich inzwischen an mehreren Vertriebsprojekten mitgearbeitet, Analysen erstellt, Zahlenmaterial aufbereitet und Prozesse neu strukturiert. Obwohl ich noch nicht allzu lange dabei bin, weiß ich bereits heute, dass mein Entschluss, zu Bertelsmann zu gehen, goldrichtig war. Als Assistent der Geschäftsleitung kann ich meine Fähigkeiten voll einbringen. Außerdem bekomme ich umfassende Einblicke in die Geschäftstätigkeit von Arvato und darüber hinaus des gesamten Konzerns. Derzeit arbeite ich noch in Gütersloh, werde aber in absehbarer Zeit nach Frankfurt wechseln. Damit mache ich heute genau das, was ich mir immer gewünscht habe: Ich arbeite in einem internationalen Unternehmen Seite an Seite mit dem Top-Management und erlebe so täglich aus nächster Nähe, wie wichtige Entscheidungen getroffen werden. Für die Zukunft stehen mir hier alle Türen offen. Es liegt eigentlich nur an mir, was ich daraus mache.
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