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Enertrag gehört zu jenen „Green Companies", die den Umwelt- und Klimaschutz vorantreiben. Das Unternehmen aus Brandenburg betreibt nicht nur eigene Windkraft- und Biogasanlagen, sondern unterstützt auch zahlreiche andere Windparkbetreiber mit technischem Service. Kathrin Nagel, 26, zog es nach ihrem Studium in Halle in die PR-Abteilung von Enertrag, wo sie wichtige Marketing-Aufgaben wahrnimmt. Enertrag PR-Profi beim Eine Grundsteinlegung für ein Kraftwerk vorzubereiten — und das in Anwesenheit der Bundeskanzlerin — gehört normalerweise nicht zu den Aufgaben einer Berufseinsteigerin. Als mir das bewusst wurde, stand ich gerade bei strahlend blauem Himmel vor einem Festzelt im brandenburgischen Prenz-lau und schaute dem Limousinentross hinterher, der Angela Merkel zum nächsten Bundeswehrflugplatz brachte. Seit sechs Monaten war ich nun bei Enertrag, einem Energieunternehmen, das sich auf Strom aus erneuerbaren Energien spezialisiert hat und mittlerweile zu den führenden Windenergiefirmen Europas gehört.
Nach dem Studium der Soziologie und interkulturellen Wissenskommunikation mit dem Nebenfach Wirtschaftssoziologie wollte ich ohne Umwege ins Berufsleben einsteigen. Bei Enertrag bewarb ich mich, weil ich mir von der Mitarbeit im Kommunikationsteam einen anregenden Gedanken- und Informationsaustausch mit den Kollegen und Geschäftspartnern des Unternehmens versprach. Außerdem hat Enertrag für meinen Geschmack genau die richtige Größe. Mit seinen 370 Beschäftigten ist es groß genug, den Mitarbeitern interessante Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Gleichzeitig wird man mit seinen Ideen ernst genommen und kann etwas im Unternehmen bewegen — was in einem großen Konzern wesentlich schwieriger sein dürfte. Natürlich spielte bei meiner Entscheidung auch eine Rolle, dass es bei Enertrag um erneuerbare Energien geht. Und die haben sich dank des Booms bei Windkraft und Solarenergie inzwischen zu einer respektablen Industrie mit mehreren hunderttausend Beschäftigten entwickelt. Man arbeitet also nicht nur für eine gute Sache wie den Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch noch in einer Branche mit großem Wachstums- und Zukunftspotenzial, die einen zunehmenden Teil ihres Umsatzes im Ausland erzielt. Auch Enertrag ist seit vielen Jahren erfolgreich im Ausland aktiv, etwa in Frankreich und Bulgarien. Das passte gut zu meiner Ausbildung und gab mir zudem die Möglichkeit, durch die Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Ländern meinen beruflichen und persönlichen Horizont zu erweitern. An meinem ersten Arbeitstag fand erst einmal eine ausführliche Ein-führung statt, bei der ich das Unternehmen und meine künftigen Kollegen kennenlernte. Besonders beeindruckend fand ich, dass Enertrag einen Teil der benötigten Software selbst entwickelt, etwa Programme, mit denen sich Windparks von einer Zentralstelle aus überwachen lassen. Diese Innovationsfähigkeit und -freude spiegelt sich auch in der Architektur der Firmenzentrale und der Ausstattung der Arbeitsplätze wider. So gehörte ein Laptop von Anfang an zu meiner Ausrüstung. Von meinem Arbeitsplatz aus blicke ich ins Grüne und auf ein altes Gutshaus, dem früheren Sitz des Unternehmens. Bereits wenige Wochen nach meinem Einstand wurde mir die erste große Aufgabe übertragen: die Organisation des Richtfestes für eine neue Leitstelle, von der aus per Fernüberwachung über tausend Windkraftanlagen betreut werden sollten. Das Fest wurde ein voller Erfolg und zeigte mir, dass sich in der Öffentlichkeitsarbeit vieles mit Engagement und gesundem Menschenverstand erreichen lässt. Hinzu kam, dass mir meine Kollegen mit Rat und Tat zur Seite standen. Gleich danach stand die „Energiemesse Prenzlau" an, die Enertrag gemeinsam mit anderen Unternehmen initiiert hatte, um den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Diesmal musste ich von der Organisation des Messestandes bis zur Öffentlichkeitsarbeit viele Aufgaben gleichzeitig erledigen, ich durfte also weder die Ruhe noch den Überblick verlieren. Die Erfahrungen, die ich dabei machte, zahlten sich im späteren Tagesgeschäft aus. Die nächste Herausforderung hatte es dann in sich: Zur Grundstein- legung eines Hybridkraftwerkes hatte sich die Bundeskanzlerin höchstpersönlich angesagt. Das innovative Projekt, bei dem Windenergie, Biogas und Wasserstoff gekoppelt werden, hatte offenbar ihr Interesse geweckt. Enertrag packt damit eine der größten Herausforderungen beim Ausbau der klimafreundlichen Energien an: die schwankende Energieerzeugung und Energienachfrage aufeinander abzustimmen. Für die feierliche Grundsteinlegung wurde eigens eine PR-Agentur unter Vertrag genommen, mit der ich dann auch noch bei späteren Projekten zusammenarbeitete. Die Organisation des Events entpuppte sich als das perfekte Training in Sachen PR, konnte ich mir doch von den Profis aus dem Kanzleramt und der Agentur jede Menge Tricks und Kniffe abgucken. Von der im wahrsten Sinne des Wortes minutiösen Planung bis zur Betreuung der Pressevertreter war alles dabei, was die Öffentlichkeitsarbeit in meinen Augen so faszinierend macht. Und die Mühe zahlte sich aus: Fast alle großen Fernsehsender und viele Radiostationen schickten ihre Teams, und unsere Vorstände mussten zahlreiche Interviews geben. Die Zahl der Veröffentlichungen übertraf dann bei weitem unsere Erwartungen. Wir zählten über hundert Beiträge, einige schafften es sogar auf die Titelseiten namhafter Blätter wie der „Süddeutschen Zeitung". Inzwischen ist wieder Alltag eingekehrt. Wobei „Alltag" nicht ganz das richtige Wort ist, denn alltäglich und langweilig wird es in meinem Job eigentlich nie. Man muss stets auf der Höhe der Zeit sein und schnell auf die Anfragen der Presse und von Mitarbeitern reagieren. Von den Kollegen höre ich immer wieder, wie wichtig unsere Arbeit ist. Und wenn wir wieder einmal ein erfolgreiches Event organisiert haben und anschließend einen positiven Artikel darüber lesen, bin ich wirklich stolz, was wir hier im Bereich Öffentlichkeitsarbeit alles leisten.
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