Peek & Cloppenburg zählt seit langem zu den führenden Modehäusern in Deutschland. Modebegeisterte Wirtschaftsabsolventen können zwischen zwei kompakten Einstiegsprogrammen wählen, mit denen P&C seinen Führungsnachwuchs ausbildet. Juliane Schmidt, 28, hat sich nach ihrem Studium an der Leuphana Universität Lüneburg für das Fashion-Management-Programm entschieden.

Peek & Cloppenburg

Karriere mit
Fashion & Lifestyle

An der Uni habe ich gelernt, dass sich Einzelhandel als die Über-tragung von wirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen von einem Wirtschaftssubjekt auf ein anderes definieren lässt. Ich verstehe darunter allerdings noch etwas ganz anderes — nämlich die Kunst, Begeisterung für ein bestimmtes Produkt bzw. eine bestimmte Marke zu wecken. Was umso einfacher ist, je mehr man selbst von dessen Vorzügen und Qualität überzeugt ist.

Deshalb hatte der Einstieg bei einem namhaften internationalen Handelsunternehmen oberste Priorität für mich. Während meines Studiums — Angewandte Kulturwissenschaften mit den Schwerpunkten Betriebswirtschaftslehre, Kunst und Kulturvermittlung — hatte ich mich intensiv mit den Themen Marketing, Kommunikation und Organisation befasst und bei Hochschulprojekten mit Unternehmen, Auslandssemestern und diversen Praktika im Handel und im Kultursektor auch viel Praxiserfahrung gesammelt.

Auf einer Absolventenmesse im November 2008 führte ich dann ein sehr anregendes und informatives Gespräch mit den Recruitern von Peek & Cloppenburg. Ich hinterließ meine Bewerbungsunterlagen und wurde prompt eine Woche später zum Assessment Center eingeladen. Nach dem AC fanden noch ein Praxistag im Düsseldorfer Verkaufshaus und ein abschließendes Gespräch in der Personalzentrale statt — dann hatte ich die Trainee-Stelle im Fashion Management in der Tasche.

Mit dem Fashion-Management-Programm (FMP) wendet sich P&C an modebewusste Hochschulabsolventen, die eine Karriere im Verkauf oder Einkauf anstreben. Wen es hingegen in einen der Zentralbereiche wie Finanz- und Rechnungswesen oder Inhouse Consulting zieht, für den ist das General-Management-Programm (GMP) das Richtige. Beide Programme dauern sechs bis acht Monate, in denen die Teilnehmer — gleichgültig ob FMP- oder GMP-Trainee — zunächst den Verkauf als wichtigsten Bereich jedes Handelsunternehmens kennenlernen. Danach trennen sich dann die Wege. Während der GMP-Trainee auf seine — zuvor festgelegte — Zielposition in der Zentrale vorbereitet wird, schlagen die FMP-Trainees eine Laufbahn als Store Manager, Geschäftsleiter oder Zentraleinkäufer ein.

Die Programme sind jedoch kein starres Korsett, in das man hineingezwängt wird, sondern — um bei der Modesprache zu bleiben — ein maßgeschneiderter Anzug, der den jeweiligen Vorlieben und Bedürfnissen des Trainee angepasst wird. Auch wer sein Studium gerade erst begonnen hat, kann bereits die Weichen für eine Karriere im Textileinzelhandel stellen, nämlich mit dem studienbegleitenden Junior-Trainee-Programm von P&C. Pro Jahr werden ungefähr 45 modebegeisterte Studenten in das Programm aufgenommen.

Im März letzten Jahres begann dann meine aufregende Zeit in der Welt von Fashion und Lifestyle. Die ersten vier Monate verbrachte ich in den Häusern in Köln und Essen. Hier lernte ich nicht nur den Verkauf in all seinen Facetten kennen, ich hatte auch Gelegenheit, in Backoffice-Abteilungen wie Dekoration und Kasse hineinzuschnuppern.

Parallel dazu nahm ich an verschiedenen Skill-Trainings teil, bei denen mir das Rüstzeug für meine späteren Aufgaben vermittelt wurde. Dabei ging es um Themen wie Verkaufsorganisation, Warenbewirtschaftung, Visual Merchandising, Personaleinsatzplanung, Image & Style, Arbeitsrecht und Leadership. Diese kompakten Schulungen waren stets auch eine willkommene Abwechslung zum täglichen Training-on-the-job.

Auf den Einsatz im Verkauf folgte ein zweimonatiger Aufenthalt im Zentraleinkauf, bei dem ich wichtige Einblicke in den Ablauf einer Order-Phase und in die Bewirtschaftung unserer Verkaufshäuser erhielt. Dabei wurde ich gleich von Anfang an in alle Entscheidungsprozesse einbezogen. Ob bei Terminen mit Lieferanten, bei Besprechungen zur Sortimentsgestaltung unserer Eigenmarken-Kollektionen oder bei Meetings, die sich mit der Optimierung der Warenbewirtschaftung befassten: Ich gehörte stets zum Team.

Besonders faszinierte mich die Mischung aus Lifestyle und intensiver Analyse. Aktuelle Modetrends, Designs und die unterschiedlichen Stilrichtungen müssen bei der Auswahl der Lieferanten und der Zusammenstellung der einzelnen Kollektionen ebenso beachtet werden wie die Auswertungen der Verkäufe und die Ergebnisse der so genannten Renner/Penner-Analysen, bei denen es darum geht, die Gewinn- und Verlustbringer unter den Produkten zu identifizieren.

Nachdem ich das Programm beendet hatte, wurde mir ein Posten in unserem neuen „Weltstadthaus" in Mannheim angeboten, ein architektonisches Schmuckstück im Herzen der Stadt. Dort sollte ich Abteilungsleiterin Damen-Exquisit werden — eine ziemlich anspruchsvolle Position mit Personalverantwortung für acht Mitarbeiter. Ich griff ohne zu zögern zu.

Bevor es losging, durchlief ich noch ein zweiwöchiges Intensiv-Training, das mich auf die besonderen Anforderungen meines neuen Jobs vorbereitete. Denn als Abteilungsleiter muss man nicht nur seine Abteilung im Griff haben und für zufriedene Kunden sorgen. Zu den Aufgaben gehören beispielsweise auch Umsatzanalysen und der regelmäßige Austausch mit Einkäufern und Produktmanagern.

Hinzu kommen Themen wie Visual Marketing, bei denen man sich ständig auf dem Laufenden halten muss. Außerdem ist man als Abteilungsleiter auch Motivator: Man muss nicht nur ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben, sondern beeinflusst durch seine Vorbildfunktion auch entscheidend deren Beratungsqualität und Verkaufsleistung. In den nächsten Monaten sollte ich dann auch noch lernen, wie wichtig Teamgeist ist. Denn Projekte sind nur erfolgreich, wenn alle an einem Strang ziehen.

Obwohl ich noch nicht lange dabei bin, weiß ich schon heute, dass die Entscheidung für dieses Trainee-Programm goldrichtig war. Wohin mich mein weiterer Weg führt — ob zur Store Managerin oder in eine andere leitende Position —, werden die nächsten Monate zeigen. Eins ist allerdings sicher: Es wird um Mode gehen.

 

Peek & Cloppenburg KG

Hauptsitz: Düsseldorf. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 11.300 Mitarbeiter.

Gesucht: Wirtschaftswissenschaftler. Geboten werden ein jeweils sechs- bis achtmonatiges Fashion-Management- und General-Management-Programm.

Kontakt: Christina Kremer, www.peek-cloppenburg.de/karriere.

 

(aus WISU 1/10)