MBA und Business School
- was ist das?

 

Master of Business Administration (MBA)

Wer ein MBA-Studium absolviert, schließt es mit einem sog. Master of Business Administration ab. Der MBA ist kein geschützter Titel und kein geschützter Studiengang. Deshalb kann er grundsätzlich überall und von jedem angeboten werden. Eine andere Frage ist es allerdings, ob ein solcher Studiengang von den Institutionen, welche die Qualität der MBA-Studiengänge überprüfen (z.B. Equis, FIBAA), anerkannt wird.

Das MBA-Studium und der MBA-Titel stammen ursprünglich aus den USA, wo es grundsätzlich drei Ausbildungsstufen an den Hochschulen gibt:

  • Der erste Teil des Studiums nach der High School (Gymnasium) schließt mit einem Bachelor-Titel ab (z.B. Bachelor of Arts, Bachelor of Science). Viele „Graduates“ verlassen die Universität bereits mit dieser Ausbildung, die ca. drei bis vier Jahre dauert. Das Bachelor-Studium ist eher ein Studium generale mit einer gewissen Spezialisierung gegen Ende.

  • Wer anschließend noch ein Master-Studium absolviert (sog. „postgraduate“ Studiengänge), erwirbt einen Master-Titel (wie z.B. den Master of Business Administration, Master of Science, Master of Science in Social Work, Master in Public Policy).

  • Außerdem ist noch ein sog. Ph.D.-Studium möglich, das mit einem Ph.D.-Titel abschließt, der dem deutschen Doktor-Titel entspricht. Ph.D. steht für lat. philosophiae doctor (Doktor der Philosophie). Die Abkürzung wird auch dann verwandt, wenn der Doktor in einem anderen Fach als Philosophie erworben wurde.

Der Bachelor entspricht etwa dem deutschen Vordiplom, das nach dem Grundstudium abgelegt wird. Anders als dieses ist der Bachelor jedoch ein berufsqualifizierender Abschluss.

Das amerikanische Universitätssystem findet man auch in einigen anderen Ländern. Mittlerweile werden auch in Deutschland - meist von den Fachhochschulen - immer mehr Bachelor- und Master-Studiengänge eingerichtet.

Bei der Anerkennung von Master-Titeln ist folgendes zu beachten: Wurde der Titel in einem EU-Land erworben, dann wird er auch in Deutschland anerkannt, wenn er in dem jeweiligen Land staatlich anerkannt wird. Wurde er in den USA erworben, ist entscheidend, ob das betreffende MBA-Programm von der AACSB, einer amerikanischen Akkreditierungsorganisation, anerkannt wird.

Inzwischen gibt es nicht nur den MBA, sondern auch zahlreiche Varianten und Spezialisierungen wie zum Beispiel den

  • MIB („Master of International Business“), angeboten von der Graziadio School of Business der Pepperdine University

  • MIM („Master of International Management“), angeboten von der Schiller University

  • Master in E-Business, angeboten vom Instituto de Empresa (IE)

  • EMBA-Global („Executive Master of Business Administration Global“), angeboten von der London Business School in Zusammenarbeit mit der Columbia Business School; die Ausbildung erfolgt in London und New York

  • MBC („Master of Business Consulting“), angeboten von einer deutschen Fachhochschule.

Manche Business Schools erweisen sich als ausgesprochen kreativ beim Erfinden neuer Spielarten des MBA, um sich so voneinander abzuheben und auf sich aufmerksam zu machen. Die meisten Business Schools belassen es jedoch beim klassischen MBA. Im Grunde ist es auch nicht notwendig, neue Varianten des MBA zu erfinden. Das reguläre MBA-Studium besteht nämlich grundsätzlich aus zwei Teilen: Während des ersten Teils (bei zweijährigen MBA-Ausbildungen ist es in der Regel das erste Jahr) werden die Grundlagen der Business Administration (Betriebswirtschaftslehre) gelehrt. Während des zweiten Teils hat man dann Gelegenheit, sog. Electives (Wahlfächer) zu belegen und sich auf diese Weise zu spezialisieren.

Business Schools

Den MBA erwirbt man an sog. Business Schools bzw. Management Schools, die meist Teil einer staatlichen oder privaten Hochschule sind. Selbständige Business Schools sind z.B. das INSEAD in Fontainebleau, das IMD in Lausanne oder das Instituto de Empresa (IE) in Madrid.

Einige Business Schools zeichnen sich dadurch aus, dass man an ihnen auch andere Master-Titel erwerben kann, wie z.B. den Master in Finance, den Master in Information Technology oder den Master in Human Resources Management. An anderen kann man zusätzlich einen Ph.D. erwerben (Doctorate-Program oder Doctoral-Program).

An den meisten Business Schools unterrichten überwiegend Professoren. Visiting Professors (Gastprofessoren) lehren meist nur während ein oder zwei Semestern. Praktiker, d.h. erfahrene Manager, werden in der Regel zu speziellen Kursen, Seminaren und Workshops herangezogen.

Der Faculty (Fakultät) einer Business School steht der Dean (Dekan) vor. Er kann ein Professor oder ein ehemaliger Manager sein. Gelegentlich gibt es neben dem Dean noch einen Managing Director, der sich um die allgemeine Verwaltung der Business School kümmert. Der Dean beschränkt sich in diesen Fällen auf die akademischen Aufgaben.