Welche ist
die richtige Business School?

 

Keine Frage: Bei der ständig zunehmenden Zahl von Business Schools und MBA-Programmen fällt die Auswahl äußerst schwer. So gibt es nicht nur Hunderte von Business Schools weltweit, sondern auch weit über 2.000 MBA-Programme, allein in Europa über 300. Um in diesem Dschungel - der inzwischen auch manche Experten überfordert - nicht den Überblick zu verlieren, sollte man sich an diesen Kriterien orientieren:

Qualität der B-Schools / Rankings

Unter den Business Schools tummelt sich so manche, die mindere Lehrqualität bietet. Da ein MBA-Studium reichlich Geld und Zeit kostet, sollte man sich auf jeden Fall zuvor erkundigen, welchen Ruf eine Schule genießt. Dabei helfen die verschiedenen Rankings, die von "Financial Times", "Business Week" und anderen Publikationen durchgeführt werden (siehe Rankings). Allerdings sollte man diese Rankings mit Vorsicht genießen. Nicht nur, dass zum Teil unterschiedliche Beurteilungskriterien angelegt werden, manche sind sogar ausgesprochen fragwürdig. Eine interessante Kritik zu den Rankings findet man hier: unicorn.us.com/guide/rnkartcl.html. Dennoch geben sie gewisse Hinweise. So kommt es natürlich nicht von ungefähr, wenn bestimmte B-Schools seit vielen Jahren immer wieder obere Plätze in einschlägigen Rankings belegen.

Man sollte sich auch vergewissern, dass die betreffende Business School bzw. die angebotenen MBA-Programme von den wichtigsten Akkreditierungsorganisationen anerkannt sind. Diese Organisationen haben Mindeststandards für die Schulen und Programme entwickelt, die in der Regel auch streng überprüft werden.

Länge des MBA-Programms

Es gibt zahlreiche angesehene full-time MBA-Programme zwischen 10 und 24 Monaten Länge. In den USA dauert diese Art der MBA-Ausbildung meist noch 24 Monate, in Europa in der Regel zwischen 10 und 18 Monaten. Wer bereits ein betriebswirtschaftliches Studium hinter sich und vielleicht auch bereits ein Auslandssemester oder ein längeres Auslandspraktikum absolviert hat, kann sich auf ein kürzeres MBA-Studium beschränken. Wer einen technischen, naturwissenschaftlichen oder sonstigen Studiengang abgeschlossen hat, sollte zumindest 18 Monate lang eine Business School besuchen, da seine Managementausbildung sonst zu dünn geraten könnte.

In welchem Land soll ich studieren?

Wer sein Uni- oder FH-Studium in Deutschland durchlaufen hat, sollte seinen MBA nach Möglichkeit im Ausland ablegen. Manche wollen "the real thing" und gehen deshalb in die USA. Wer allerdings glaubt, es gebe nur dort gute Business Schools, irrt sich. Das mag früher einmal zutreffend gewesen sein, stimmt heute jedoch nicht mehr. Mittlerweile findet man auch in Europa, Kanada, Lateinamerika, Australien und Asien gute Managerschmieden.

Entscheidend sollte vielmehr sein, zu welchem Kulturkreis man sich hingezogen fühlt. Wer beispielsweise nichts mit der amerikanischen Lebensart anfangen kann, sollte dort auch nicht studieren. Wer später gern einmal in einem spanischsprachigen Land arbeiten möchte, sollte seinen MBA in Madrid, Barcelona oder an einer lateinamerikanischen B-School machen. Und wen es schon immer nach Frankreich oder England zog, findet auch dort hervorragende Schulen.

Welche Spezialisierungen sind gewünscht?

Von einem Master of Business Administration wird heute nicht nur erwartet, dass er das Einmaleins des modernen Managementwissens beherrscht, sondern auch, dass er auf dem einen oder anderen Gebiet handfeste Spezialkenntnisse erworben hat. Dem entspricht auch die Struktur des heutigen full-time MBA-Studiums, wonach während der ersten Phase alles gelehrt wird, was mit General Management (z.B. Organisation, Rechnungswesen, Marketing, Human Resources) zu tun hat, während man sich in der zweiten Phase dann meist auf einige Vertiefungs- und Wahlfächer (Electives) beschränkt.

Einige B-Schools haben sich den Ruf erworben, in manchen Fächern eine besonders gute Ausbildung zu bieten. Wer sich beispielsweise in Finance spezialisieren möchte, sollte sich die Lehrangebote von Wharton, der Columbia Business School, der London Business School (LBS) oder der Rotterdam School of Management (RSM) anschauen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich später als Unternehmer selbständig zu machen, sollte sich nach einer B-School umsehen, die gute Kurse zum Thema Entrepreneurship anbietet, wie z.B. Stanford, Anderson oder das Instituto de Empresa. Eine gute Ausbildung im Bereich Information Technology bieten beispielsweise das MIT, die LBS und die RSM. Im Übrigen wird heute jede nur denkbare Spezialisierung offeriert, von Entertainment Business über Health Care bis zu Real Estate Management.

Wie international ist die Ausbildung?

Immer mehr MBA-Studenten streben heute eine möglichst weitgehende internationale Ausbildung an. Dazu gehört jedoch nicht nur, dass man eine B-School auswählt, die im Ausland liegt, sondern auch, dass man während dieser Ausbildung an anderen ausländischen Business Schools als Austauschstudent studiert. Inzwischen haben alle guten Schulen derartige Exchange Programme aufgelegt, wobei einige von ihnen Partnerschaften mit zehn oder noch mehr Business Schools in unterschiedlichen Ländern eingegangen sind. So bietet beispielsweise die HEC bei Paris Austauschprogramme mit der LBS in London und der Columbia Business School in New York sowie mit zahlreichen anderen Schulen weltweit. Wer an der LBS studiert, kann unter anderem als Austauschstudent nach Australien oder Indien gehen. Spanische Business Schools wie das Instituto de Empresa oder das ESADE bieten Austauschprogramme mit B-Schools in Argentinien, Mexiko oder Chile. Zu beachten ist allerdings, dass man sich an einigen Business Schools erst durch gute Leistungen während des ersten Teils der Ausbildung für ein solches Exchange Programm qualifizieren muss, da die Austauschstudenten als eine Art "Botschafter" betrachtet werden, die einen möglichst guten Eindruck bei der jeweiligen Gastschule hinterlassen sollen.

Zur Internationalität einer Business School gehört auch, dass der Unterricht nicht nur auf Englisch, sondern zudem in einer oder gar zwei weiteren Sprachen erfolgt. So ist die Unterrichtssprache an der HEC beispielsweise Englisch und Französisch. Außerdem muss eine zusätzliche Fremdsprache erlernt werden, wobei man unter acht weiteren wählen kann. An den meisten spanischen Business Schools wird entsprechend auf Englisch und Spanisch unterrichtet.

Schließlich gehört zur Internationalität einer Business School auch ein hoher Anteil ausländischer Studenten und ausländischer Professoren bzw. Gastprofessoren.