Wann macht ein
MBA-Studium Sinn?

 

Da ein MBA-Studium in der Regel nicht nur viel Geld kostet, sondern auch mit großem persönlichen Einsatz verbunden ist - dazu zählt auch die Auswahl der B-School, das aufwändige Bewerbungsverfahren und die abzulegenden Tests (TOEFL und GMAT) -, sollte man sich zuvor gut überlegen, was ein solches Zusatzstudium bringt.

Teilweise wird die Ansicht vertreten, dass sich ein MBA-Studium nur für diejenigen lohnt, die zuvor ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen haben und auf diese Weise zusätzliche betriebswirtschaftliche Kenntnisse erwerben möchten. Allein die Tatsache, dass rund ein Drittel aller MBA-Studenten ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, ein Drittel ein technisch/naturwissenschaftliches und ein Drittel ein Studium anderer Fachrichtungen (z.B. Jura, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie, Medizin, Literaturwissenschaft) hinter sich haben, ist ein Hinweis darauf, dass diese Sichtweise zu eng ist.

In der Tat berichten fast alle Absolventen von Business Schools, die zuvor Wirtschaftswissenschaften studiert haben, dass sie das MBA-Studium auf keinen Fall missen möchten und sich erneut dafür entscheiden würden. Als Grund wird angegeben, dass es weit mehr als nur eine betriebswirtschaftliche Ausbildung ist. Gute Business Schools vermitteln nämlich eine echte Managementausbildung, zu der beispielsweise auch gehört, dass man seine Soft Skills entscheidend erweitert und verbessert, mehr soziale Kompetenz entwickelt, permanent Teamwork praktiziert und außerdem lernt, mit Menschen der verschiedensten Nationen und Kulturkreise zusammenzuarbeiten. Hinzu kommt, dass ein MBA-Studium wesentlich praxisorientierter ist als beispielsweise ein BWL-Studium an einer deutschen Uni. Schließlich führt das Studium an einer Business School dazu, dass man danach exzellent Englisch und häufig sogar noch eine weitere Fremdsprache spricht. Von den vielfältigen persönlichen und beruflichen Kontakten, die eine solche Ausbildung mit sich bringt, ganz zu schweigen.

Wer eine MBA-Ausbildung im Ausland anstrebt, sollte persönlich unbedingt international orientiert sein. So haben viele, die später eine Business School besuchen, während ihres ersten Studiums zumindest ein Auslandssemester oder ein längeres Auslandspraktikum absolviert. Wer sich nur schwer vorstellen kann, im Ausland zu leben und zu arbeiten, sollte den Gedanken an eine internationale MBA-Ausbildung schnell wieder fallen lassen.

Wichtig ist auch, dass man bereit ist, mit viel Engagement und hohem persönlichen Einsatz zu lernen und zu arbeiten. Renommierte Business Schools stellen große Anforderungen an ihre Studenten. Intensives Arbeiten bis in die Nächte hinein und während des Wochenendes sind keine Seltenheit. Damit erfordert ein MBA-Studium auch eine beträchtliche Stressresistenz und den festen Willen, sich durchzubeißen.

Viele MBAs arbeiten nach dem Abschluss ihres Studiums erst einmal im Ausland, was innerhalb der Europäischen Union ohne weiteres möglich ist. In den USA muss man als Ausländer hingegen einen Arbeitgeber finden, der sich um ein Arbeitsvisum bemüht. Manchen US-Unternehmen ist das zu viel Aufwand, weswegen sie MBAs mit US-Staatsbürgerschaft vorziehen. Gute Chancen hat man jedoch bei solchen US-Unternehmen, die planen, einen später für die Firma nach Europa zu schicken.

Mittlerweile sind auch immer mehr deutsche Unternehmen an MBAs mit einer guten Ausbildung und internationaler Erfahrung interessiert - und zwar nicht nur Consulting-Unternehmen und Investmentbanken. Deutschen - und auch anderen europäischen - Unternehmen wird nämlich zunehmend bewusst, dass eine erfolgreiche internationale Expansion Führungskräfte erfordert, die im Ausland studiert haben und intensive Auslandserfahrung mitbringen. Viele Schwierigkeiten, die deutsche Unternehmen beim Aufbau ihres Auslandsgeschäftes haben, beruhen auch darauf, dass ihnen zu wenige oder gar keine Manager dieser Art zur Verfügung stehen. Während die MBA-Ausbildung im angelsächsischen Raum bereits seit langem geschätzt wird, erkennt man nun also auch in vielen anderen Ländern ihren Wert. Je weiter die Globalisierung voranschreitet, desto besser werden die - sowieso schon guten - Karrierechancen der MBAs.

Auch mittelständische Unternehmen erkennen übrigens immer mehr, dass ihnen MBAs bei der Expansion ins Ausland sehr gute Dienste leisten können.