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Ein
MBA-Studium ist ein so genanntes Postgraduate-Studium,
man muss also bereits ein anderes Studium abgeschlossen haben.
In
den USA, woher der MBA stammt, schließt sich das
MBA-Studium als Master-Studium
an ein Bachelor-Studium
an. Wobei in der Regel nach dem Erwerb des Bachelors noch einige
Jahre Praxiserfahrung gesammelt werden, bevor man sich an einer
Business School bewirbt.
Nicht-Amerikaner,
die sich an einer amerikanischen Business School bewerben und
aus einem Land stammen, das kein Bachelor-Studium kennt, müssen
ein anderes abgeschlossenes Studium vorweisen. In der Regel ist
dies umfangreicher und damit auch länger als ein
Bachelor-Studium (z.B. ein deutschen Diplom-Studium an einer
Uni). Studenten solcher Länder sind deshalb grundsätzlich
gegenüber amerikanischen MBA-Studenten benachteiligt, zumeist
auch einige Jahre älter als diese. Allerdings akzeptieren viele
US-Business Schools einen deutschen FH-Abschluss
als Bewerbungsvoraussetzung. Einige dieser Business Schools
wissen jedoch nicht so recht, wie ein FH-Abschluss einzuschätzen
ist, da es in den USA keine
Fachhochschulen gibt. Man sollte ihnen deshalb als FH-Absolvent
bei der Bewerbung klar machen, dass dieser Abschluss durchaus
mit einem Bachelor-Abschluss vergleichbar ist.
In
anderen Ländern wie Kanada, Großbritannien, Frankreich,
Spanien, den Niederlanden, Belgien, Schweiz etc. gilt grundsätzlich
das Gleiche, wobei auch hier viele Business Schools einen
deutschen FH-Abschluss als ausreichend ansehen.
Da
das Bachelor-Studium zunehmend von deutschen Hochschulen eingeführt
wird, werden deutsche Bewerber künftig gleiche Voraussetzungen
beim MBA-Studium haben.
Die
weiteren
Voraussetzungen für ein MBA-Studium:
1. Nachweis,
dass man gut Englisch
spricht. Bewerber, deren Muttersprache nicht Englisch ist, müssen
den TOEFL
(Test of English as a Foreign Language) bestanden haben –
einen ungefähr vierstündigen Multiple-Choice-Test. Beim alten
Testverfahren konnte man bis zu 700 Punkte erzielen. 600 Punkte
zählten bereits als erstklassiges Ergebnis. Beim neuen
Testverfahren liegt die Spannbreite zwischen 40 und 300 Punkten,
250 gelten bereits als hervorragendes Ergebnis. Die Business
Schools erwarten eine bestimmte Mindestpunktzahl. -Erfolgt der
Unterricht im Verlauf des MBA-Studiums noch in einer weiteren Sprache wie beispielsweise Französisch (z.B. an der
HEC) oder Spanisch (z.B. am IESE oder IE), so müssen meist nur
Grundkenntnisse dieser zweiten Sprache nachgewiesen werden. Während
des ersten Teils des MBA-Studiums erhält man entsprechenden
Sprachunterricht, damit man dann dem Unterricht in dieser
Sprache im zweiten Teil des Studiums folgen kann.
2. Eine
größere Hürde als der TOEFL ist in der Regel der
dreieinhalbstündige GMAT
(General Management Admission Test), der in
englischer Sprache abgelegt werden muss. Es ist ein
Intelligenz-, Wissens- und Stresstest, bei dem in erster Linie
das logische Denkvermögen und die quantitativ/mathematischen Fähigkeiten
der Bewerber überprüft werden. Die meisten Prüflinge
schneiden mit ca. 500 bis 550 Punkten ab, maximal können 800
Punkte erzielt werden. Je höher eine Business Schools in den
Rankings angesiedelt ist, desto größere Anforderungen stellt
sie zumeist bei den GMAT-Ergebnissen. Die niedrigsten
Anforderungen liegen bei ca. 550 Punkten, die höchsten bei ca.
740 Punkten. Dennoch sind diese meist
kein
K.O.-Kriterium. Überzeugt man als Bewerber bei den
anderen Kriterien, kann es also durchaus sein, dass man dennoch
angenommen wird. Dies ist auch der Grund, weshalb sich die
meisten Business Schools nicht auf eine starre GMAT-Punktzahl
festlegen, sondern mit Circa-Angaben operieren.
3. Es
gibt fast keine Business School, die nicht praktische
Berufserfahrungen beim Bewerber voraussetzt. Die
Mindestanforderung sind meist zwei Jahre. Kann man eine längere
Erfahrung nachweisen, wirkt sich dies positiv auf die Chancen
aus, angenommen zu werden. Idealerweise beziehen sich die
Berufserfahrungen auf eine berufliche Tätigkeit nach dem
Studium. Allerdings sind viele Business Schools bereit, Lehre
und Praktika anzurechnen. Eine selbständige Tätigkeit (z.B.
Firmengründung) gilt ebenfalls als Berufserfahrung und wird
sogar ausgesprochen gern gesehen.
4. Zwei oder drei Empfehlungsschreiben, in denen
ein Dritter, der den Bewerber gut kennt (Professor, ehemaliger
Vorgesetzter etc.), ausführlich begründet, warum er den
Bewerber für ein MBA-Studium geeignet hält. Einige Business
Schools verlangen, dass der Bewerber nichts über den Inhalt
dieses Schreibens erfährt. Der Empfehlende muss es also im
geschlossenen Umschlag abliefern und versichern, dass er es dem
Bewerber nicht zur Kenntnis gebracht hat.
5. Weiterhin wird verlangt, dass
man sich in ein, zwei oder noch mehr Essays
selbst präsentiert. Sie sind in der Regel ca. zwei bis drei
Seiten lang. Dabei geht es meist um die eigenen Karriereziele
und darum, was man sich vom MBA-Studium an der betreffenden
Business School verspricht. Weiterhin sind die eigenen Fähigkeiten,
Talente, Stärken und Schwächen einzuschätzen. Außerdem wird
manchmal noch die Bearbeitung eines bestimmten Themas (z.B.
ethische Fragestellungen) verlangt.
6. Da die meisten Business
Schools Geld verdienen müssen und sie nicht wollen, dass das
Studium mangels entsprechender finanzieller Mittel vorzeitig
abgebrochen werden muss, fordern sie in der Regel ein Financial
Statement. Darin muss der Bewerber kurz erläutern,
wie er sein Studium zu finanzieren gedenkt. Eventuell müssen
auch entsprechende Bankauskünfte oder sonstige Bestätigungen
(z.B. Gewährung eines Stipendiums) beigefügt werden.
7. Um sich einen persönlichen
Eindruck vom Bewerber zu verschaffen, führen viele Business
Schools Interviews durch. Lebt der
Bewerber in einem anderen Land, können die Interviews auch von
entsprechend geschulten Alumnis (Ehemaligen) der betreffenden
Business Schools durchgeführt werden, die im selben Land wie
der Bewerber wohnen.
8. Mit der Bewerbung ist in der
Regel zugleich eine nicht rückzahlbare Admission
Fee (Bewerbungsgebühr) zu zahlen. Wird sie nicht
rechtzeitig gezahlt, wird die Bewerbung nicht berücksichtigt.
Da die Aufnahmebedingungen der einzelnen Business Schools zum Teil etwas
von einander abweichen, empfiehlt es sich unbedingt, sich rechtzeitig zu informieren.
Dies gilt auch für die Anmeldefristen,
die stark variieren können.
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