Erasmus: Neuer Rekord
Mit dem Erasmus-Programm fördert die Europäische Union den Auslandsaufenthalt von Studenten in europäischen Ländern. Unterstützt werden Studienaufenthalte und — seit 2007 — auch Auslands-praktika. Im Studienjahr 2008/09 nahmen europaweit fast 200.000 Studenten am Erasmus-Programm teil — neun Prozent mehr als im Jahr davor und so viele wie noch nie in der Geschichte des 1987 ins Leben gerufenen Programms. Besonders hoch war der Zuwachs bei den geförderten Praktikanten: 30.400 Studenten gingen ins Ausland, rund doppelt so viele wie im Vorjahr. Insgesamt wurden bislang zwei Millionen junge Europäer durch das Erasmus-Programm unterstützt.
EBS wird Universität
Die deutsche Hochschullandschaft ist um eine Universität reicher: Aus der European Business School (EBS) in Schloss Reichartshausen ist die EBS Universität für Wirtschaft und Recht geworden. Sitz der neuen Uni ist Wiesbaden, wo auf dem Gelände des ehemaligen Landgerichts bis 2014 ein neuer Campus entstehen soll. Der Bau wird von der Stadt Wiesbaden und dem Land Hessen mit insgesamt 50 Mio. Euro gefördert. Der größte Teil der Kosten, 125 Mio. Euro, wird durch Spenden von Firmen und Stiftungen finanziert. Die neue Uni hat eine Business School und eine Law School. Letztere ist gleichzeitig die jüngste juristische Fakultät Deutschlands.
Düsseldorf baut Oeconomicum
Mit einer Spende des Unternehmers Schwarz-Schütte in Höhe von 40 Mio. Euro baut die Uni Düsseldorf derzeit das „Oeconomicum", wo das neue Zentrum für Wettbewerbsökonomik angesiedelt sein soll. Gleichzeitig wird in Düsseldorf, wo bislang nur BWL studiert werden kann, der Studiengang VWL eingerichtet, der im kommenden Wintersemester mit 30 Studenten startet. Gründungsdirektor des Zentrums für Wettbewerbs-ökonomik ist Prof. Justus Haucap, der auch Vorsitzender der Monopolkommission ist.
Jeder Vierte bricht ab
Wie das Statistische Bundesamt errechnet hat, bringen 27 Prozent der Studierenden ihr Studium nicht zu Ende. Bei den Männern sind es etwas mehr (29 Prozent) als bei den Frauen (26 Prozent). Mit ihrer Untersuchung hatten die Statistiker die angehenden Akademiker im Visier, die sich zwischen 1999 und 2000 an einer Hochschule eingeschrieben hatten — ein Großteil von ihnen durchlief demnach noch nicht die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge. Die Abbrecherquote hängt unter anderem vom Hochschultyp ab: Während 80 Prozent der FH-Studenten ihren Abschluss machten, waren es an den Unis nur 68 Prozent. Auch zwischen den Fächern gibt es große Unterschiede — 87 Prozent der Mediziner legten ihr Examen ab, während es im Fach Mathematik und in den Naturwissenschaften nur 66 Prozent waren.
Hochschulpakt in Hessen
Die Regierung des Landes Hessen und die zwölf hessischen Hochschulen haben einen neuen Hochschulpakt unterzeichnet. Er sieht vor, dass die Hochschulen von 2011 bis 2015 pro Jahr 30 Mio. Euro weniger vom Land bekommen. Acht der zwölf Hochschulpräsidenten unterschrieben allerdings unter Protest, weil sie einen Qualitätsverlust von Forschung und Lehre befürchten. Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann rechtfertigte den Sparzwang mit dem laufenden Hochschulpakt. Danach sind die Mittel für die Hochschulen an die Steuereinnahmen des Landes gekoppelt.
Gebührenkompass
Der neue „Gebührenkompass" von Markus Voeth, Marketing-Professor in Hohenheim, für den 5.200 Studenten an allen 48 deutschen Universitäten mit Studiengebühren befragt wurden, belegt, dass diese in etwa so unbeliebt sind wie in den Vorjahren: 63 Prozent der Studierenden lehnen sie ab. Der Grund ist, dass ein Großteil der Befragten keine Verbesserung der Lehre aufgrund der Studiengebühren feststellte.