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Stipendien: Fehlstart

Das „Deutschlandstipendium" hat erhebliche Startprobleme: Im November letzten Jahres wurden erst 5.200 Studenten gefördert, obwohl das Bundesbildungsministerium genug Geld für 9.500 Stipendien bereitgestellt hatte. Der Grund ist, dass sich nicht genug Unternehmen an der Finanzierung der Stipendien beteiligten. Das im letzten Jahr von Bildungsministerin Annette Schavan gestartete Programm sieht vor, dass besonders begabte Studenten mit 300 Euro monatlich unterstützt werden. Die Hälfte davon soll von Unternehmen und anderen privaten Spendern kommen, die von den Hochschulen angeworben werden müssen. Womit sie jedoch offenbar überfordert sind.

Vergabepraxis rechtswidrig

Wer im Wintersemester in Münster ein Master-Studium im Fach BWL anfangen wollte, musste sich mit einer umfangreichen Mappe bewerben, die aus Bachelor- und Abi-Zeugnis, einem Nachweis „sonstiger Qualifikationen" und einem Motivationsschreiben bestand. Weil sich 1.800 Studenten bewarben, fühlte sich die zuständige Auswahlkommission überfordert. Sie delegierte die Arbeit an Mitarbeiter der Wirtschaftsfakultät und kontrollierte anschließend stichprobenartig, wie gründlich die Unterlagen geprüft worden waren. Diese Vergabepraxis hat nun das Oberverwaltungsgericht für rechtswidrig erklärt. Die Kommission müsse die Auswahl selbst vornehmen, außerdem sei die Beurteilung von Motivationsschreiben und „sonstigen Qualifikationen" kaum nachvollziehbar.

Es bleibt chaotisch

Die zentrale Studienplatzvergabe über hochschulstart.de wird auch dieses Jahr nicht möglich sein: Im nächsten Wintersemester soll das System nur als Pilotbetrieb starten. Schuld sind Probleme bei der Anbindung der Plattform an die Systeme der Hochschulen. Durch die zentrale Online-Vergabe soll künftig verhindert werden, dass tausende Studienplätze nicht oder zu spät belegt werden.

Den Master im Ausland machen

Ein Ziel der Bologna-Reform war es, die internationale Mobilität der Studenten zu steigern. Einer neuen Studie von DAAD und HIS zufolge gehen zumindest frischgebackene Bachelor immer häufiger ins Ausland, um ihren Master zu machen. Rund 3.500 Bachelor des Abschlussjahrgangs 2009 haben dort ein Master-Studium begonnen, das war jeder zwanzigste Absolvent. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, so die Studie, könnten in zwei Jahren bereits 11.000 Bachelor-Absolventen im Ausland weiterstudieren. Besonders mobil sind offenbar Bachelor-Absolventen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die meisten gehen laut Studie ins Ausland, weil die Studienqualität dort besser ist oder der entsprechende Studiengang nicht in Deutschland angeboten wird.

Jetzt wird es eng

Im Wintersemester 2011/12 werden so viele Abiturienten ein Studium aufnehmen wie nie zuvor. Fast 500.000 Erstsemester werden laut einer Prognose von CHE Consult in die Hochschulen strömen. Der Grund sind der Wegfall der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen. Bis 2015 werde die Flut an Erstsemestern nur geringfügig abnehmen, warnen die Autoren der Studie. Sollte die Prognose stimmen, ist die zu erwartende Studentenzahl stark unterschätzt worden. Damit könnten in den nächsten Jahren über 200.000 Studienplätze für Erstsemester fehlen.

Kampf den Schummlern

Die Jagd auf Plagiateure hat bereits mehrere bekannte Politiker den Doktortitel und ihre Ämter gekostet. Auch die Hochschulen rüsten im Kampf gegen die Schummler auf — schließlich haben sie einen Ruf zu verlieren. So hat die Universität Bonn die Betreuer der Doktoranden stärker in die Pflicht genommen und will die Promotionsordnung verschärfen. Und die RWTH Aachen testet derzeit drei neue Software-Programme zur Aufdeckung von Plagiaten.