Globale Wirtschaft

Internationales Management studieren

Es ist nicht ganz einfach zu erklären, worum es bei internationalem Management geht. Klar ist, dass dabei Landesgrenzen ins Spiel kommen, das Unternehmen also in irgendeiner Form im Ausland tätig sein muss.

Müsste sich also ein holländischer Imker, der sein Geschäft nahe der deutschen Grenze betreibt und dessen Kunden zum größten Teil Deutsche sind, mit internationalem Management befassen, um erfolgreich zu sein? Wohl kaum. Es geht also um mittelständische und größere Unternehmen, damit internationales Management zum Tragen kommt.

Die Größe allein ist jedoch nicht entscheidend. So gibt es einige kleinere Maschinenbauer, die ihre Produkte erfolgreich in China verkaufen, während mancher Großkonzern nur den heimischen Markt bedient. Wichtig für die Abgrenzung ist, dass die Aktivitäten des Unternehmens im Ausland dazu führen, dass die Firmenleitung mit grundsätzlichen und weitreichenden Entscheidungen befasst ist. Etwa weil die Unternehmensstrategie angepasst werden muss, organisatorische Änderungen erforderlich sind, die Unternehmenskultur betroffen ist oder ein Umdenken beim Personalmanagement erforderlich wird. Jetzt kommt Internationalität auf mehreren Ebenen ins Spiel, nicht zuletzt weil fremde Bräuche und Sitten und anders geartete Rechtsvorschriften beachtet werden müssen.

Unternehmen können auf sehr unterschiedliche Weise international aktiv sein. Sie können ihre Produkte und Dienstleistungen in andere Länder exportieren, dort selbst produzieren oder ihre Produkte von dortigen Kontraktunternehmen herstellen lassen, wie es etwa Apple bei seinen Smartphones macht. Sie können Vertriebsorganisationen im Ausland aufbauen, ausländische Unternehmen kaufen oder sich an ihnen beteiligen, Tochterfirmen gründen oder internationale Joint Ventures eingehen. Sie können Rohstoffe von dort beziehen, im Ausland Personal einstellen oder eigenes Personal aus ihrem Headquarter dorthin entsenden. Selbst bei Start-ups kann die Internationalisierung schon früh eine Rolle spielen. So denken viele Gründer von Internet-Unternehmen bereits beim ersten Business-Plan an die Expansion in andere Länder.

Schon heute sind viele Unternehmen international aktiv, nicht zuletzt deshalb, weil auf dem heimischen Markt kaum noch Wachstum möglich ist. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung ist sogar bereits mehr als ein Drittel der deutschen Mittelständler im Ausland unterwegs, weitere 20 Prozent planen diesen Schritt. Da machen Studiengänge, die sich mit internationalem Management befassen — manchmal wird auch von International Business, internationaler BWL oder International Business Administration gesprochen — durchaus Sinn. Sie sind entweder eher allgemein gehalten, wie ein BWL-Studium mit internationalem Schwerpunkt, oder sie konzentrieren sich auf spezielle internationale Aspekte.

Eines haben alle diese Studiengänge jedoch gemeinsam: Es wird erwartet, dass sich die Teilnehmer bereits früh international orientieren. Deshalb ist ein Auslandssemester fast immer Pflicht. Sollte es einmal nicht fester Bestandteil des Curriculums sein, sollte man sich selbst um ein längeres Praktikum oder ein Semester im Ausland bemühen. Englisch ist ohnehin selbstverständlich, eine weitere Fremdsprache, die man im Laufe des Studiums lernt, kann später viele Vorteile bringen.

Beim Bachelor-Studiengang internationales Management der Universität Magdeburg ist ein Auslandssemester bei einer Variante obligatorisch. Nach dem viersemestrigen Grundlagenstudium, bei dem es um allgemeine betriebswirtschaftliche Themen geht, folgen zwei Semester mit der Vertiefung internationales Management. Man kann zwischen International Management Studies und internationaler BWL wählen. Im ersten Fall ist ein Semester an einer ausländischen Hochschule Pflicht, im zweiten ist es freiwillig.

Natürlich gibt es auch Master-Studiengänge in diesem Fach. Etwa an der TU Dresden, die einen Master in internationalem Management im Programm hat. Anders als es der Name vermuten lässt, ist das Studium nicht allgemein gehalten, sondern hat einen Schwerpunkt: Es geht vor allem um die Geschäftsbeziehungen zwischen westeuropäischen, mittel- und osteuropäischen Unternehmen. Diese Orientierung Richtung Osten wird auch dadurch betont, dass der Studiengang nicht in Dresden, sondern in Zittau stattfindet, das im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien liegt. Passend dazu können während des Studiums Polnisch und Tschechisch erlernt werden.

Einen Master-Studiengang hat auch die EBC Hochschule im Programm. Er kann entweder am Campus Berlin oder Hamburg absolviert werden. Das Vollzeitstudium International Management dauert vier Semester und ist in drei Blöcke aufgeteilt. Beim ersten Block geht es um die Basis-Module, beim zweiten wählt man zwischen Corporate Development oder Entrepreneurship. Beim dritten Block stehen dann all die Skills und Kompetenzen im Vordergrund, die man für eine spätere Karriere als Führungskraft in der internationalen Wirtschaft benötigt.

Auch der Bachelor-Studiengang International Business Management der Hochschule Fresenius qualifiziert für eine Karriere in einem internationalen Unternehmen. Alle Lehrveranstaltungen finden auf Englisch statt, außerdem verbringen die Studenten ein Semester — von insgesamt sechs Studiensemestern — an einer Hochschule im Ausland.

Die Universität Frankfurt/Oder bietet einen Bachelor- und einen Master-Studiengang International Business Administration an. Wer den Bachelor machen will, befasst sich in den ersten drei Semestern mit den betriebswirtschaftlichen Kernfächern, bevor er sich in der zweiten Hälfte auf Aspekte des internationalen Managements konzentriert. Ein Semester wird im Ausland studiert. Dabei kann man — ebenso wie im gleichnamigen Frankfurter Master-Studiengang — auch einen zweiten Abschluss an der ausländischen Hochschule machen.

Sehr international geht es auch an der Frankfurt School of Finance & Management zu, wenn man dort einen Bachelor of Science in Business Administration mit Schwerpunkt internationales Management machen will. Ein Jahr des sieben Semester dauernden Programms verbringt man im Ausland, um dort zu studieren und ein Praktikum zu machen.

Die International School of Management (ISM) bietet einen Bachelor- und einen Master-Studiengang in International Management an, die auf Englisch stattfinden. Bei beiden verbringen die Studenten ein Semester an einer ausländischen Partnerhochschule der ISM, wer im Bachelor-Studium den Global Track belegt, sogar zwei.

Seit einigen Jahren werden — unabhängig vom Fachbereich — immer mehr sehr spezielle Bachelor- und Masterstudiengänge ins Leben gerufen. Diese Entwicklung, die Vor- und Nachteile hat, ist auch bei Studiengängen zum internationalen Management zu beobachten. Immer öfter gibt es Angebote mit einem bestimmten Schwerpunkt oder einer Spezialisierung.

Eine regionale Ausrichtung bietet etwa die FH Stralsund mit ihrem Bachelor-Studiengang Baltic Management Studies, bei dem es vor allem um die wirtschaftlichen Beziehungen der Länder im Ostseeraum geht. Die Teilnehmer erlernen eine der Sprachen der Region und lernen unter anderem internationales Finanzwesen, internationales Marketing und andere spezifische Themen kennen.

Ostasien nimmt der Bachelor-Studiengang International Business Management East Asia der Hochschule Ludwigshafen ins Visier. Dabei wird ein betriebswirtschaftliches Studium mit Themen rund um China, Japan und Südkorea und dem Erlernen einer der dortigen Sprachen kombiniert. Die Studenten tauchen während eines Auslandsjahrs tief in die ostasiatische Kultur ein.

Die Karlshochschule International University in Karlsruhe bietet mehrere Bachelor-Studiengänge an, die unterschiedliche Aspekte betonen: vom internationalen Marketingmanagement bis zum internationalen Sustainability Management. Wer also bereits klare Vorstellungen hat, in welche Richtung es später gehen soll, ist hier richtig.

Die kulturellen Aspekte des internationalen Managements werden an der European Management School in Mainz betont. Dort wird Intercultural Management als Bachelor- und als Master-Studiengang angeboten. Neben betriebswirtschaftlichen Fächern werden in diesen Studiengängen Themen wie Intercultural Communication, Applied Diversity Management und Intercultural Marketing behandelt.

Eine interessante Fächerkombination bietet das Bachelor-Studium International Business and Social Sciences der Hochschule Rhein-Waal. Die Studenten lernen die internationalen Aspekte von Wirtschafts-, Politik-, Rechts- und Sozialwissenschaften kennen. Das Studium dauert sieben Semester und wird komplett in englischer Sprache unterrichtet.

Internationales Management kann man auch per Fernstudium studieren. Etwa an der IUBH, der Internationalen Hochschule Bad Honnef. Dort kann man sich im Bachelor-Studium BWL und im Master-Studiengang General Management auf internationales Management spezialisieren. Beide Online-Studiengänge kann man in Voll- oder Teilzeit absolvieren. Daneben bietet die IUBH einen Bachelor und einen Master in internationalem Management an, die Vollzeit auf dem Campus studiert werden.

Auch die Hochschule Darmstadt ermöglicht berufsbegleitendes Studieren. Dort heißt der Bachelor-Studiengang Internationale BWL. Die Studienmodule — ein Mix aus Vorlesungen, Seminaren, Übungen, experimentellem Arbeiten und Exkursionen — werden an Wochenenden unterrichtet, sodass man daneben seinem Beruf nachgehen kann.

An der FOM — auch hier kann man parallel zum Beruf studieren — gibt es zwei internationale Bachelor-Studiengänge, die thematisch eng beieinander liegen: International Business und International Management. Beide Programme bereiten auf eine Karriere in einem international tätigen Unternehmen vor. Der Unterschied ist, dass International Business in Kooperation mit der TH Köln durchgeführt und deshalb nur in Köln angeboten wird, während International Management an neun Standorten der FOM möglich ist.

Und wie fast überall finden sich auch hier duale Studiengänge. Etwa der Bachelor-Studiengang internationales Logistikmanagement an der Hochschule Worms. Man durchläuft dabei gleichzeitig eine Ausbildung zum Speditions- und Logistikkaufmann in einer Partnerfirma. Im fünften Semester steht dann ein Auslandspraktikum auf dem Programm.

An der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Brühl wird ein duales Studium im Internationalen Management als "2 plus 3"-Modell angeboten: Zwei Tage in der Woche wird studiert, drei Tage in einem Unternehmen gearbeitet, wo die Studenten entweder ein Training-on-the-job oder eine Berufsausbildung mit anschließender IHK-Prüfung machen. Das duale Studium an der EUFH dauert sechs Semester.

Lust auf die weite Welt bekommen? Mit Sicherheit sind diese Studiengänge die Eintrittskarte.

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