Nicht viele wissen, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Mannheim und Schwerin eine Hochschule mit über 500 Studierenden betreibt. Sie werden dort zu Fachkräften für Bildungs-, Berufs- und Beschäftigungsberatung sowie in Arbeitsmarktmanagement ausgebildet. Die Professorin Doris Keye-Ehing erläutert die Studiengänge und welche Möglichkeiten sich damit später ergeben.
HdBA — Hochschule der Bundesagentur für Arbeit
Viele staatliche Institutionen wie die Bundeswehr, die Bundesbank, die Finanzverwaltung, die Polizei oder andere Verwaltungen unterhalten eigene Hochschulen. Auch die Bundesagentur für Arbeit unterhält seit Jahren eine eigene Hochschule.
Keye-Ehing: Die HdBA wurde 2006 von der Bundesagentur für Arbeit gegründet. Sie ist vom Wissenschaftsrat akkreditiert und vom Land Baden-Württemberg staatlich anerkannt. Wir vermitteln Wissen, das in engem Zusammenhang mit den Aufgaben der dahinterstehenden Institution steht. Bei uns sind es Leistungen wie Arbeitsvermittlung, Arbeitsförderung und Grundsicherung. Da Deutschland ein ausgeprägter Sozialstaat ist, ist das ein großes Aufgabenfeld, das viel Know-how und eine gute Ausbildung erfordert ...
... und damit auch eine eigene Hochschule. Welche Studiengänge werden angeboten?
Keye-Ehing: Die zwei dualen Bachelorstudiengänge „Arbeitsmarktmanagement“ sowie „Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung“, die Wirtschafts-, Rechts-, und Sozialwissenschaften kombinieren. Und der berufsbegleitende Masterstudiengang „Arbeitsmarktorientierte Beratung“, bei dem man auch Management-Skills und Führungswissen erwirbt.
Das hört sich alles nach einer umfangreichen und tiefgehenden Ausbildung an.
Keye-Ehing: Darauf wird auch großer Wert gelegt. Denn die Aufgaben der BA sind — wie schon gesagt — vielfältig und komplex, was systematisches und flexibes Vorgehen erfordert. Zudem ist die Arbeit von großer gesellschaftlicher Bedeutung, was wiederum ein tieferes Verständnis von Wirtschaft, Recht und beispielsweise Arbeitsmarktpolitik voraussetzt.
Und die Praxis kommt auch nicht zu kurz?
Keye-Ehing: Das ist durch das duale Studium gewährleistet, das einen in Agenturen und Jobcenter, aber auch in Unternehmen führt.
Wird erwartet, dass man nach dem Studium bei der BA arbeitet?
Keye-Ehing: Die Hochschule hat vor allem die Aufgabe, den Nachwuchs der BA auszubilden. Was jedoch nicht bedeutet, dass man danach nicht woanders arbeiten könnte. Da die BA mit etwa 100.000 Beschäftigten überall in Deutschland präsent ist, ergibt sich übrigens der interessante Nebenaspekt, dass man nach seinem Studium überall arbeiten und auch später einmal leicht seinen Standort wechseln kann.