Die Vinzenz Pallotti University in Vallendar hat sich die Parole „Höhere Bildung für eine höhere Berufung“ aufs Banner geschrieben. Bei ihr kann man den Masterstudiengang „Sustainable Leadership“ mit verschiedenen Studienschwerpunkten absolvieren. Prof. Peter J. Weber, Vizepräsident und Studiengangsleiter, erläutert, wie Leadership an seiner Universität verstanden wird.

Vinzenz Pallotti Universität

Vertrauen ist das A und O

Peter J. Weber

Leadership ist ein Thema mit sehr vielen Aspekten. Ihnen gerecht zu werden, ist alles andere als einfach.

Weber: Wir begegnen der Herausforderung, indem wir Leadership als Zusammenspiel von Haltung, Wissen und Praxis vermitteln. Das Feedback zeigt, dass uns dies auch gut gelingt.

Sieht man sich einmal an, was von Unternehmensführern heute alles verlangt wird, müssen sie fast so etwas wie Tausendsassas sein.

Weber: Die Anforderungen sind in der Tat hoch und wachsen ständig, weil die Welt immer komplexer wird und die gesellschaftlichen Ansprüche an die Unternehmen stetig steigen.

Ist das von einem Einzelnen noch zu bewältigen?

Weber: Kaum. Deshalb gibt es heute partizipative Führung, wozu auch Führungsteams zählen, die gemeinsam Lösungen erarbeiten. In ihnen kommt viel Kompetenz zusammen, die ein Einzelner allein nicht mehr aufbringen kann.

Gehört zu gutem Leadership nicht auch enorm viel berufliche und sogar Lebenserfahrung?

Weber: Auf jeden Fall. Es ist ein lebenslanger Lernprozess, der nie endet. Allein deshalb, weil — wie schon gesagt — das Spektrum der Anforderungen immer umfangreicher wird und sich wandelt.

Erfordert das nicht auch ein solides inneres Wertegerüst, feste Prinzipien und Überzeugungen?

Weber: Unbedingt. Dieses Fundament sollte man früh entwickeln. Was nicht bedeutet, dass es nicht angepasst und verfeinert werden kann. Ethik und Nachhaltigkeit spielen bei dem Studiengang eine zentrale Rolle und sind die Grundlage für eine eigene tragfähige Haltung.

Zur Zeit brandet die Diskussion um die Gefährlichkeit von KI auf. Wird KI Einfluss auf das Leadership nehmen?

Weber: Sie ist und bleibt ein Mittel zur Informationsbeschaffung und um alternative Lösungen zu finden. Doch die Verantwortung für die Führung bleibt beim Menschen. Denn sie erfordert außer Wissen auch soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz. Zudem geht es auch um Vertrauen, es ist das A und O des Leadership. Nur wenn man der Führungskraft vertraut, ist man motiviert und zu Engagement und voller Leistung bereit. Maschinen werden dieses Vertrauen niemals erlangen.

Was gehört im Einzelnen noch zu Ihrer Ausbildung?

Weber: Neben Leadership-Skills auch Selbstführung. Wer führen will, sollte sich selbst führen können. Dann ein großer Wahlpflichtbereich mit 13 Modulen. Er reicht neben Ethik und Nachhaltigkeit von Kommunikation, Digitalisierung und KI über wertorientierte Unternehmensführung und Interkulturalität bis zu Organisationsberatung und gesellschaftlichen Fragen. So lässt sich das eigene Profil gezielt schärfen.