Manchen geht es nur darum, das Studium möglichst schnell hinter sich zu bringen. Andere versprechen sich davon ein aufregendes Erlebnis.

Studienreport: Die besondere Uni

Mehr als nur studieren

In den Hochschulen schlummert ein Großteil der Hoffnungen jedes Landes. Denn die jungen Menschen, die hier ihre Ausbildungen durchlaufen, werden einmal in starkem Maße mitentscheidend sein, wohin sich die Nation künftig bewegt — in der Politik, in der Kultur, in der Forschung und natürlich auch in der Wirtschaft. Verfügt das Land über gute Universitäten, in denen wissenschaftliche Entwicklungen jeder Art vorangetrieben werden, sind die Aussichten gut, dass man mit anderen Ländern konkurrieren kann. Dass seine Wirtschaft floriert und gefragte Produkte und Dienstleistungen auf den heimischen Markt und möglichst auch auf die internationalen Märkte bringt.

Was jedoch nicht bedeutet, dass der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft allein bei den Hochschulen liegt. Das gesamte Ausbildungssystem des Landes ist gefordert. Es fängt schon im Kindergarten an, wo die Kleinen ihre Umwelt erforschen, sich früh Talente herausbilden können, die auf angemessene Art gefördert werden. Was wiederum nicht bedeutet, dass jede oder jeder ein Wunderkind à la Mozart sein muss. Talente und spezielle Begabungen können sich auch später entwickeln. Wichtig ist, dass das Ausbildungssystem, inbesondere die Schulen und Hochschulen, Raum geben, sich zu entfalten und so viel wie möglich Unterstützung anbieten.

Vor 35 Jahren nahm die CEU in Budapest den Lehrbetrieb auf und sollte bald weltweit bekannt werden: Ungarns autoritärer Staatschef Viktor Orbán drängt die vom Philantropen George Soros gegründete Uni aus dem Land, weil sie ihm zu liberal ist. Seit 2019 ist ihr Sitz in Wien, wo sie ein einzigartiges Spektrum interdisziplinärer Studien bietet, erläutert Pro-Rektor Prof. Mathias Möschel. Weiter ...

Und selbstverständlich gibt es auch immer viele schlaue Köpfe, die keine Uniausbildung durchliefen oder sie nicht abschlossen und dennoch eine bemerkenswerte Genialität entwickelten und zum Teil sogar spätere Weltunternehmen aus dem Boden stampften. Steve Jobs, der Apple-Gründer, Bill Gates, Mark Zuckerberg, Michael Dell, aber auch Steve Spielberg, das Wunderkind von Hollywood, sind einige von zahllosen Beispielen.

Längst ist auch ein weltweiter Wettbewerb um die besten Köpfe entbrannt. Denn es ist keineswegs immer nur die einheimische Jugend, die später beachtliche Leistungen hervorbringt, sei es in der Forschung oder in der Wirtschaft. Ein Paradebeispiel sind die USA, die seit langem junge Menschen aus der ganzen Welt anziehen, die dann häufig dort bleiben und im Land auf irgendeine Weise Karriere machen. Etwa indem sie Top-Positionen in der Wirtschaft übernehmen oder Unternehmen gründen. Auch viele Deutsche sind diesen Weg bereits gegangen. Andere kehren nach ihrem Studium in den USA zurück, bewahren sich den freiheitlichen Geist, den sie dort erfahren haben und setzen ihn auf irgendeine Weise in der Heimat in Erfolg um.

Dass der gegenwärtige Präsident Donald Trump alles tut, um junge Menschen von einem Besuch amerikanischer Universitäten abzuschrecken, ist eine noch nie dagewesene Absonderlichkeit, die von späteren Präsidenten mit großer Wahrscheinlichkeit korrigiert wird. Sie bringt ihm massive Kritik von den US-Universitäten ein, die Sorge haben, dass der Ruf der USA als offene, tolerante und freiheitsliebende Gesellschaft auf längere Zeit ernsthaft geschädigt wird — was auch auf sie durchschlagen könnte. Umso mehr freuen sich derzeit kanadische, australische und insbesondere auch europäische Universitäten, auf die viele ausweichen, und welche die von den USA enttäuschten jungen Leute mit offenen Armen empfangen.

Viele, die nach einer Hochschule für sich Ausschau halten, möchten einfach nur möglichst schnell einen akademischen Grad erlangen und bald ins Berufsleben starten und Geld verdienen. Oft wird dann eine Hochschule möglichst nahe beim Elternhaus gewählt, in dem man praktischerweise wohnen bleiben kann. Andere sehen das Studium eher als einen neuen Lebensabschnitt, der unbedingt auch mit einem Ortswechel verbunden sein sollte — gern weiter oder besser noch weiter weg von den Eltern.

Wer es international liebt, ist an der Uni Liechtenstein genau richtig. Die rund 700 Studierenden kommen aus 50 Ländern. Zudem liegt das Fürstentum zwischen der Schweiz und Österreich, nicht weit von Deutschland und Italien entfernt. Eingebettet in die reizvolle Alpenlandschaft lässt es sich hier sehr gut studieren, meint Rektor Dr. Christian Frommelt. Weiter ...

Und dann gibt es die ganz Entschlossenen, die sich vom Studium nicht nur die Anhäufung von berufstauglichem Fachwissen versprechen, sondern sich daneben nach ganz anderen Dingen sehnen. Etwa in eine neue Welt einzutauchen, neue Menschen kennenzulernen, mit neuen Gedanken und Ideen konfrontiert zu werden, sich vielleicht sogar einer anderen Kultur auszusetzen und überraschende Erfahrungen zu machen. Sie denken weiter und größer, sind oft extrem neugierig, wissbegierig und bereit, sich dafür auch Herausforderungen auszusetzen. Für sie ist das Studium der erste Schritt ins richtige Leben. Und das darf ruhig mit einem kleinen Abenteuer verbunden sein. Die Hauptsache, weg von der elterlichen und schulischen Bevormundung. Ab jetzt entscheidet man selbst, was man macht und was für einen gut ist.

Dazu sollte auch die Hochschule passen, der man sich anvertraut. Sie sollte etwas ausstrahlen, das einen reizt. Vielleicht ist es ein besonderer Ruf, der von ihr ausgeht und der einen neugierig macht, oder es ist das Land, die Region oder die Stadt, in der sie liegt. Vielleicht ist es ein besonderes Studium, das sie bietet und das man woanders nicht so schnell oder gar nicht findet. Möglicherweise sind es bekannte Wissenschaftler, die an ihr tätig sind und von denen man sich etwas verspricht. Oder jemand, den man kennt, hat begeistert von ihr berichtet.

Irgendein besonderer Flair sollte also von ihr ausgehen. Dabei muss es sich keineswegs um eine Eliteuni handeln, sie muss auch nicht oben in irgendwelchen Rankings auftauchen, seien sie verlässlich oder fragwürdig.

Da ist Alena, der die freundliche und lockere Art der Niederländer so gut gefiel, dass sie auf jeden Fall dort ihren Bachelor machen wollte. Nachdem sie sich schlau gemacht hatte, fiel ihre Wahl auf die Uni Maastricht, der nicht nur ein guter Ruf vorauseilt. Sie fand auch die Stadt sehr attraktiv, außerdem liegt Belgien gleich um die Ecke, was ihr zusätzlich gut gefiel.

Wer heute studiert, benötigt einen weiten Blick. Bloßes Fachwissen reicht nicht, um sich in der modernen Welt zurechtzufinden. Dessen waren sich auch die Gründer der Zeppelin University in Friedrichshafen am Bodensee bewusst, weshalb sie ein wirklich interdisziplinäres Studium bieten wollten. Was ihnen auch gelungen ist, meint Präsidentin Prof. Anja Achtziger. Weiter ...

Oder Max, der ein Schuljahr an einer britischen Schule verbrachte und bei der Gelegenheit die legendären Unistädte Oxford und Cambridge besuchte. Seit damals stand für ihn fest, dass er später unbedingt an einer von ihnen studieren wollte. Und es gelang ihm tatsächlich, in Oxford aufgenommen zu werden. Danach schaffte er sogar den Sprung an die Stanford University in Kalifornien, wodurch er mitten im Silicon Valley landete. Jetzt überlegt er, wie er ein Start-up gründen könnte. Drücken wir ihm die Daumen.

Schließlich Manuel. Er schwankte lange Zeit zwischen Jura und VWL, entschied sich dann aber überraschend für Politikwissenschaft, weil er sich immer sehr für Politik interessierte und ihm ein Berufsberater empfohlen hatte, unbedingt das zu studieren, wofür er brennt. Er begann sein Studium an der FU Berlin, fing aber bald an, nach der berühmten SciencesPo in Paris zu schielen, von der er nur das Beste gehört hatte, und an der schon viele französische Politiker studiert hatten. Und er ergatterte tatsächlich einen Studienplatz.

Animierende Geschichten von drei Leuten, die nicht einfach irgendwo studieren wollten, sondern eine ganz bestimmte Uni ins Visier nahmen, aus ganz verschiedenen Gründen. Für sie wurden eine oder gleich mehrere Unis zu ihrem ganz besonderen Wunsch, den sie sich unbedingt erfüllen wollten. In der Regel überträgt sich dieses Engagement aufs gesamte Studium, womit es zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. So, wie es sein soll.

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